Probezeit: Eine Falle schnappt zu

Wechsel in die Arbeitslosigkeit

ZDF.reporter zeigt in der Dokumentation "Das Hartz-Haus" persönliche Schicksale, die von den Reformen betroffen sein werden. Vor zwei Jahren war die Welt von Andreas Seifart noch rosarot. Doch sein viel versprechender Jobwechsel endet in der Arbeitslosigkeit. Ihm wurde in der Probezeit fristlos gekündigt.

Andreas Seifart arbeitete als Abteilungsleiter bei Globus in der Nähe von Wächtersbach. Mit 24 Jahren hat er bereits die ersten Schritte in der Karriere als Verkäufer vollzogen. Die Arbeit machte ihm Spaß und er war erfolgreich. Das einzige, was ihn störte, war die Distanz zur Heimatstadt. Gute 100 Kilometer musste Andreas Seifert fahren, um seine Familie und Freunde in Gießen zu treffen.

Plötzlich fügte sich alles zusammen. Andreas Seifart bekam ein Jobangebot in Gießen, seine Oma in ihrem Haus hatte genügend Platz für den Enkel, dessen Hilfe sie mit zunehmenden Alter immer stärker benötigte. Andreas wohnte wieder in seiner Heimatstadt. Doch dann kam das, wovor niemand gefeit ist, der eine Anstellung annimmt: fristlose Entlassung in der Probezeit.

Absage über Absage

"Anfangs war ich sehr zuversichtlich, dass ich schnell wieder eine Arbeit finde", erzählt Andreas. Mit Anfang 30, einer soliden Ausbildung und reichhaltiger Arbeitserfahrung erfüllt Andreas eigentlich jede zentrale Anforderung der Personalabteilungen. Doch er bekam keine Arbeit. 89 Bewerbungen hat er inzwischen geschrieben und 87 Absagen erhalten. Optimismus bezüglich der zwei ausstehenden Bewerbungen hat er nicht mehr.

Als Hilfspolizist patrouilliert er mit Kollegen über Schulhöfe oder nachts durch die Innenstadt. Andreas soll für die Polizei Präsenz zeigen und der Bevölkerung Sicherheit suggieren. Wirklich eingreifen darf Andreas nicht. Er alarmiert die reguläre Polizei-Streife über Funk, falls Schwierigkeiten auftreten.

Doch jetzt macht ihm der Dienst an der Gemeinschaft Ärger. Sieben Euro pro Stunde bekommt Andreas als Aufwandsentschädigung gezahlt. Seine Beraterin im Arbeitsamt teilte ihm mit, dass nach ALG II diese Nebeneinkunft anzurechnen sei. 2005 - Andreas Seifart hat sich nur eines vorgenommen: niemals aufgeben!

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