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Schätze, Schrott und Schicksale

Die Entrümpler kommen

Ob Umzug, Erbschaft oder Firmenpleite: Wer sein Geschäft aufgibt oder eine Wohnung auflöst, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Was kann raus, was kommt mit, aufheben oder wegwerfen?

30 min
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07.02.2021
07.02.2021
UT
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Video verfügbar bis 07.02.2022

Wer nicht selbst zum Müllsack greifen will, sucht Hilfe bei einem professionellen Entrümpler. Die Corona-Pandemie füllt die Auftragsbücher zusätzlich. Dabei entsorgen die Profis nicht nur altes Mobiliar, sondern räumen gleich ein ganzes Leben auf.

Für die Eheleute Birgit und Michael D. zerbricht in diesen Tagen ein Lebenstraum. Zwei Hotels und ein Restaurant müssen sie schließen: "Wir haben hier so viel Herzblut reingesteckt", sagt Birgit, "jetzt ist alles aus!" Ihre Landgasthöfe in Trechtingshausen am Rhein haben einfach zu wenig Gäste. "Nie hätte ich gedacht, dass wir das aufgeben müssen!" Corona hat diesen Traum zerstört. Im sonst so beliebten Urlaubsort im oberen Mittelrheintal bleiben seit dem zweiten Lockdown Mitte Dezember 2020 die Gäste aus.

Ein besonderer Auftrag für Hans Henn: Seit 30 Jahren ist der Haushaltsauflöser im Rhein-Main-Gebiet unterwegs. Häuser entrümpeln, Geschäfte leer räumen, Wohnungen besenrein übergeben. Neben seiner professionellen Arbeit ist Henn oft auch ein wenig Seelsorger: "Vor allem, wenn alte Menschen ins Heim müssen und sich von ihren liebsten Dingen trennen, das ist oft schwierig. Da fließen viele Tränen, und ich muss trösten."

Ein wenig Trost könnte auch Angelika B. in Schwerin brauchen. Die Witwe will elf Jahre nach dem Tod ihres Mannes ihr Haus aufgeben und in eine kleinere Wohnung ziehen. Diese Zeit brauchte sie, um sich emotional zu trennen, von allem, was sie sich zusammen mit ihrem Mann angeschafft hat. Da ist in 35 Ehejahren vieles zusammengekommen. Wohin mit den Hemden im Schrank, den Urlaubsfotos oder dem Schmuck?

Angelika B. beauftragt den Entrümpler Angel Otto. Früher hatte der stämmige Mann ein Fitnessstudio, jetzt ist er Woche für Woche im Nordosten der Republik als Haushaltsauflöser unterwegs. Entrümpeln ist sein Traumjob, manchmal fühlt er sich als Schatzsucher: "Oft entdecken wir Dinge, die sind wirklich etwas wert."

Ein neuer Auftrag führt ihn in eine kleine Dreizimmer-Plattenbauwohnung in Neubrandenburg. "18. Dezember 2020" steht auf dem Abreißkalender in der Küche. Das war der Tag, an dem der 91-jährige K. seine Wohnungstür für immer zugemacht hat und ins Altersheim umgesiedelt ist. Den Mietvertrag aus dem Jahr 1990 hat der Sohn beim Ausräumen gefunden. "Besenreine Übergabe" ist darin vermerkt.

Das meiste, was die Kinder interessiert hat, haben sie schon rausgeräumt, vor allem die Bücher. Der Sohn geht mit Entrümpler Angel Otto die verbliebenen Gegenstände durch. Das Bild hier mit der schönen Frau drauf? "Ja, das soll meine Mutter sein, wir mochten das aber nie, weil sie so gar nicht getroffen wurde." Er ist nicht traurig über diesen Abschied. "Was will man mehr! Es ist ein Kapitel. Und das ging nun zu Ende." Das Wohnzimmer ist nun so leer wie damals, als seine Eltern hier einzogen.

Zwei graue, vergilbte Kisten, darin ein "Apple II", Baujahr 1980, den hat sich Angel Otto gesichert. Er wird versuchen, ihn zu verkaufen. "Im Internet werden dafür noch 600 Euro verlangt." Geht der noch? Angel und "Matze", sein Mitarbeiter, prüfen die Funktion. Grüne Striche erscheinen auf dem Monitor. Mehr nicht. Kein gutes Zeichen.

Wie räumt man ein Leben auf?

Entrümpeln als Traumjob

Angelika B. beauftragt den Entrümpler Angel Otto. Früher hatte der stämmige Mann ein Fitnessstudio, jetzt ist er Woche für Woche im Nordosten der Republik als Haushaltsauflöser unterwegs. Entrümpeln ist sein Traumjob, manchmal fühlt er sich als Schatzsucher: "Oft entdecken wir Dinge, die sind wirklich etwas wert."

Ein neuer Auftrag führt ihn in eine kleine Dreizimmer-Plattenbauwohnung in Neubrandenburg. "18. Dezember 2020" steht auf dem Abreißkalender in der Küche. Das war der Tag, an dem der 91-jährige K. seine Wohnungstür für immer zugemacht hat und ins Altersheim umgesiedelt ist. Den Mietvertrag aus dem Jahr 1990 hat der Sohn beim Ausräumen gefunden. "Besenreine Übergabe" ist darin vermerkt.

Das meiste, was die Kinder interessiert hat, haben sie schon rausgeräumt, vor allem die Bücher. Der Sohn geht mit Entrümpler Angel Otto die verbliebenen Gegenstände durch. Das Bild hier mit der schönen Frau drauf? "Ja, das soll meine Mutter sein, wir mochten das aber nie, weil sie so gar nicht getroffen wurde." Er ist nicht traurig über diesen Abschied. "Was will man mehr! Es ist ein Kapitel. Und das ging nun zu Ende." Das Wohnzimmer ist nun so leer wie damals, als seine Eltern hier einzogen.

Zwei graue, vergilbte Kisten, darin ein "Apple II", Baujahr 1980, den hat sich Angel Otto gesichert. Er wird versuchen, ihn zu verkaufen. "Im Internet werden dafür noch 600 Euro verlangt." Geht der noch? Angel und "Matze", sein Mitarbeiter, prüfen die Funktion. Grüne Striche erscheinen auf dem Monitor. Mehr nicht. Kein gutes Zeichen.

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