SOS auf der Ostsee

Einsatz für die Seenotretter Film von Torsten Mehltretter

"SOS auf der Ostsee": Das Tochterboot nähert sich seinem Mutterschiff, der "Berlin".

Doku | ZDF.reportage - SOS auf der Ostsee

Sie werden gerufen, wenn jemand in Seenot gerät: Die Besatzung der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Selbst bei schwersten Stürmen stechen sie in See.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: 3sat, 02.11.2017, 07:00 - 07:30
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2015

Michael Müller ist seit 20 Jahren dabei und mittlerweile Kapitän des Seenotkreuzers "Berlin", der von Laboe bei Kiel startet: "In unserem Revier gibt es jede Menge Segler, Fähren und Frachtschiffe, da kommt viel zusammen - auch viele Notfälle!", erklärt Müller.

Ob Fischer mit Motorschaden, Yachten, die auf Grund laufen oder Segler, denen der Mast im Sturm gebrochen ist - die vierköpfige Crew versucht, sie alle zurück zu holen. Keine andere Besatzung rückt so oft aus. "Uns kann keiner vorschreiben rauszufahren, aber bisher sind wir immer los gefahren, wenn ein Notruf eingegangen ist", berichtet der Kapitän: "Da kann der Sturm noch so jaulen."

Purer Stress sind die neun Tage während der Kieler Woche. Das größte Regatta-Event der Welt fordert der Besatzung alles ab. Sogar eine Ärztin ist während dieser Tage permanent an Bord. So können sie schnell helfen, wenn Wassersportler bei stürmischem Wetter überfordert sind. Überhaupt ist an diesen Tagen viel los an Bord. Die Seenotretter werden von Spenden finanziert. Um die Sponsoren bei Laune zu halten, dürfen zur Kieler Woche immer einige der zahlungskräftigen Finanziers mit an Bord. Ein Spagat für die Crew und ihren Vormann. Michael Müller muss die Gäste bei Laune halten und gleichzeitig bei jeder brenzligen Situation richtig reagieren.

In Notfällen gibt es keine Routine erklärt Kapitän Müller: "Kein Einsatz ist wie der vorherige, kein Schiff ist wie das andere, die Wellen sind unterschiedlich, der Wind unberechenbar und das Wasser manchmal zu flach für unseren Kreuzer." Dann muss der 47-jährige blitzschnell Entscheidungen treffen, aber das macht für ihn den Reiz an diesem Beruf aus."

Etwa 150 Mal im Jahr werden Kapitän Müller und seine Crew in der Kieler Bucht angefordert. Früher ist er für die deutsche Handelsmarine auf Frachtern um die Welt gefahren. Ausgleich vom Bordalltag auf dem Rettungskreuzer "Berlin" findet der Hobbyimker bei seinen Bienen. Müller versorgt eine ganze Reihe anderer Skipper im Laboer Hafen mit selbst gemachtem Honig - und macht dabei gute Tauschgeschäfte für sich und seine Crew. Den frischen Dorsch, den er bei einem Fischer gegen seinen Honig eingetauscht hat, bereitet Müller persönlich zu - in der Bordküche seiner "Berlin".

Die Rettungskreuzer gelten als unsinkbar - austesten möchte Müller den Selbstaufrichtungsmechanismus aber nicht. Kompromisslos ist der Kapitän immer dann, wenn es um die Sicherheit seiner Crew geht. Für Stolperfallen an Bord, zum Beispiel durch schlecht aufgerollte Taue, hat er kein Verständnis. Dann ist er bestimmt im Ton und in seinen Anweisungen: "Ich habe mir vorgenommen, meine Crew immer heil nach Hause zu bringen - und da bin ich dann vielleicht ein bisschen eigen, aber wenn ich Sicherheitsrisiken sehen - greife ich ein."

Die ZDF-Reportage von Torsten Mehltretter begleitet die Crew des Seenotkreuzers "Berlin" auf ihren Einsätzen und gewährt ungewöhnliche Einblicke in den Berufsalltag der Seenotretter. Männer, die ihr eigenes Leben riskieren, um andere zu retten.

Stab

  • Autor - Torsten Mehltretter
  • Kamera - Steve Kofouri, Axel Thiede

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