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Die Inkasso-Falle – Geldeintreibern auf der Spur

Schulden sind ein Milliardengeschäft für Inkasso-Unternehmen. Jährlich bearbeiten sie mehr als 20 Millionen Mahnungen. Über die Hälfte aller Forderungen sind unberechtigt oder überteuert.

Videolänge:
44 min
Datum:
24.07.2020
:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.05.2025, in Deutschland

Verbraucherschützer und Schuldnerberater beklagen seit Jahren, dass viele Geldeintreiber unseriös arbeiten. Über die Hälfte aller Forderungen seien unberechtigt, in fast zwei Dritteln aller Fälle würden zu hohe Gebühren verlangt.

Die Tricks der Inkasso-Abzocker sind vielfältig: Sie reichen von Fantasiegebühren über mehrfach gestellte Forderungen bis hin zu Wucherzinsen. So wird auch aus einer ursprünglich geringen Forderung schnell ein riesiger Schuldenberg. Die Folge: Die Schuldner zahlen jahre- oder gar jahrzehntelang, ohne der Schuldenfalle entkommen zu können.

Erfundene Inkasso-Forderungen nicht nur in Deutschland

Doch nicht nur deutsche Inkasso-Unternehmen versuchen, ihre "Kunden" über den Tisch zu ziehen. Auch aus dem Ausland agieren Abzocker, versenden massenweise völlig überteuerte oder frei erfundene Inkasso-Forderungen. Aus Tschechien beispielsweise werden Mahnungen für angebliche Telefonate mit Sex-Hotlines verschickt. Die Adressen der deutschen Empfänger stammen oft aus kriminellen Quellen, beispielsweise von unseriösen Gewinnspiel-Anbietern, und werden innerhalb der Szene weiterverkauft.

Ein gutes Geschäft für die Inkasso-Abzocker, die Scham und Angst ihrer Opfer gewinnbringend ausnutzen. Um die Empfänger von Inkasso-Schreiben zur Zahlung zu bewegen, wird oft auch völlig aus der Luft gegriffen mit Klagen, Kontopfändungen, negativen Schufa-Einträgen oder gar mit Haft gedroht. Die Abzocker profitieren von einer schwammigen Gesetzeslage, machtlosen Ermittlern sowie augenscheinlich unwilligen Gerichten und Aufsichtsbehörden.

Keine Sanktion bei Abzocke

Das kritisiert auch Boris Wita, Jurist der Verbraucherzentrale Kiel: "In den einzelnen Bundesländern liegt die Inkasso-Aufsicht bei ganz unterschiedlichen Stellen, meist Amts- oder Landgerichten, und die prüfen nach eigenem Bekunden so gut wie gar nichts! Da wird praktisch jede Gaststätte hierzulande strenger kontrolliert als ein Inkasso-Unternehmen."

Die Folge: Trotz vorhandener Sanktionsmöglichkeiten wird gegen unseriöse Unternehmen bei Fehlverhalten so gut wie nie ein Bußgeld verhängt und auch die Inkasso-Erlaubnis nicht entzogen. Das würden viele Abzocker schamlos ausnutzen – zulasten ihrer Opfer.

Wie wehrt man sich richtig?

Die investigative Dokumentation von Andreas Baum deckt im In- und Ausland auf, wie das Geschäft mit der Inkasso-Abzocke funktioniert, wer davon profitiert und wer die Leidtragenden sind. Expertinnen und Experten geben Tipps, zeigen, woran man unberechtigte oder überhöhte Forderungen erkennt und wie man sich erfolgreich dagegen wehrt.

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24.07.2020
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