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Albtraum Straße

Abgelenkt, aufgefahren, abgezockt

Es ist voll auf Deutschlands Straßen. 2018 kam es zu mehr als 2,6 Millionen Verkehrsunfällen, Tendenz steigend. Die Unfallursachen sind dabei aber bisweilen unklar.

44 min
44 min
09.10.2020
09.10.2020
Video verfügbar bis 15.11.2021, in Deutschland, Österreich, Schweiz

Es ist voll auf Deutschlands Straßen. 2018 kam es zu mehr als 2,6 Millionen Verkehrsunfällen, Tendenz steigend. Die Unfallursachen sind dabei aber bisweilen unklar.

Versicherungsbetrug durch provozierte Unfälle

Ablenkung, hohe Geschwindigkeiten und zu geringer Abstand gehören schon immer zu den Hauptauslösern von Crashs. Doch auch bewusst provozierte Unfälle machen Polizei und den geschädigten Versicherungsgesellschaften zu schaffen.

Klaus-Peter Ebeler wurde im August 2013 unwissend in einen provozierten Verkehrsunfall verwickelt, als er langsam aus einer Einfahrt fuhr. Der geschädigte BMW-Fahrer forderte anschließend 14 000 Euro für die Reparatur seines Wagens. Doch statt Schadensersatz erhielt er eine Anklage wegen Versicherungsbetrugs.

Wie Klaus-Peter Ebeler geht es vielen Unfallbeteiligten, die von dreisten Versicherungsbetrügern in einen provozierten Crash verwickelt werden. Für die sogenannten "Autobumser" ist das ein lukratives Geschäft. Die Versicherer vermelden einen Schaden von rund zwei Milliarden Euro pro Jahr durch provozierte Unfälle.

Zu schnell, zu nah und abgelenkt

Doch nicht jeder Unfall ist provoziert, oftmals scheinen die Verursacher auch einfach nur abgelenkt. Das jedenfalls lässt die steigende Zahl größerer und kleinerer Crashs aus ungeklärtem Grund vermuten. Deshalb schickt die Polizei im Rahmen ihrer "Sonderkontrolle Handy" landesweit Zivilbeamte auf Beobachtungstour. Im Berufsverkehr achten diese auf verbotene Handynutzung am Steuer.

Ein technisches Hilfsmittel ist bei der Polizei neu im Einsatz: Drohnen zur Verkehrsüberwachung. Das "fliegende Auge" ist unauffälliger als ein Hubschrauber, günstig in der Anschaffung und leicht zu bedienen. Und sehr effizient, wenn es um die Aufdeckung von Abstandssünden geht.

Bei Kontrollen an vielbefahrenen Autobahnabschnitten setzt die Polizei Brandenburg Drohnen inzwischen regelmäßig ein. Aus luftiger Höhe und mit 30-fachem Zoom kann die Drohnenkamera die Lkws bis zur Kontrollstelle im Blick behalten. Hauptkommissar Frank Seidlitz von der Polizei Brandenburg hat für diese Form der Verkehrsüberwachung eine gesonderte Ausbildung gemacht - und ist mit dem Erfolg der Fahndung sehr zufrieden.

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