Aufstieg und Fall des Kommunismus

Zwölfteilige Reihe

„Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“. 1848 war dies im kommunistischen Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels zu lesen. Als dann vor 100 Jahren – in der Russischen Revolution – der Umsturz erfolgte, breitete sich die Macht des Kommunismus über die halbe Welt aus. Ein gutes Vierteljahrhundert nach dem Ende der Sowjetunion schildert eine neue zwölfteilige ZDFinfo-Doku-Reihe „Aufstieg und Fall des Kommunismus“.

Aufstieg und Fall des Kommunismus
Karl Marx Quelle: ZDF/Spiegel TV Hamburg

Kein Traum hat das 20. Jahrhundert so geprägt wie der von Karl Marx. Doch aus Lenins Revolution vor 100 Jahren wurde unter Stalin blanker Terror. Maos Propaganda hypnotisierte Milliarden Menschen im Osten, der Guerillakrieg des Che Guevara faszinierte den Westen. Seit am 26. Oktober 1917 in Russland der Umsturz gelang, breitete sich die Macht des Kommunismus über die halbe Welt aus. Der Krieg der Systeme beendete den sowjetischen Weg, doch der chinesische hatte Erfolg.

„Ein Aufbruch in ein Niemandsland der Geschichte“

Petrograd, 26. Oktober 1917: Eine Truppe von Bolschewiki stürmt das Winterpalais, den Regierungssitz Russlands. Mit der Parole „Jetzt oder nie“ hat Lenin, der Anführer der kommunistischen Partei, seine Anhänger motiviert, mit Waffengewalt nach der Macht zu greifen. Russland wird das erste Land, das nach den Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels zu einer klassenlosen Gesellschaft umgestaltet werden soll. Doch aus der menschenfreundlichen Vision wird binnen weniger Jahre ein System der Gewaltherrschaft. Die Auswirkungen der Russischen Revolution, die Lenins Revolutionäre ins Werk setzten, haben das 20. Jahrhundert geprägt wie kaum eine andere politische Umwälzung. Lenins Griff nach der Staatsmacht war, wie es der Historiker Gerd Koenen formuliert, „ein Aufbruch in ein Niemandsland der Geschichte“, aus dem es kein Zurück mehr gab.

100 Jahre nach der Oktoberrevolution widmet sich diese Dokumentarreihe der Geschichte des Kommunismus auf der Basis von fünf Fragen.  

Fünf Ausgangsfragen:

Woher kam die Idee des Kommunismus?
Was machte sie so attraktiv für die Menschen?
Warum mündete sie in Terror und Unterdrückung?
Wieso brach sie schließlich zusammen?
Was ist angesichts der Krise des Kapitalismus von der Idee noch übrig?  

Themen, Protagonisten, Zeitzeugen 

25 Jahre nach dem Untergang der Sowjetunion und dem lautlosen Zusammenbruch des Kommunismus in der westlichen Welt ist die Zeit gekommen, ohne ideologische Scheuklappen auf die historische Entwicklung der Idee und ihrer wichtigsten Protagonisten zu blicken – vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis heute.

Mit seltenem Archivmaterial, prominenten Zeitzeugen und weltberühmten Experten wagt die zwölfteilige Reihe den Versuch einer tiefgreifenden Analyse der Ideologie, die die Welt verändert hat: kein trockenes Seminar des Marxismus-Leninismus, sondern eine bildmächtige Erzählung von großen und kleinen Geschichten aus zwei Jahrhunderten. Die Gesichter des Kommunismus reichen von großen Frauen wie Rosa Luxemburg bis zu skrupellosen Männern wie Josef Stalin. Doch ohne die vielen Aktivisten, die sich im Kampf für eine gute Sache wähnten, wären sie nie der Macht nahegekommen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Ein Himmelreich auf Erden wollten sie für die Massen schaffen, doch der Albtraum des Gulag war die bittere Konsequenz.

War also die Geschichte des Kommunismus eine unaufhaltsame, logische Entwicklung von der Idee zum Scheitern oder kann es auch einen anderen Weg geben, die Ideen von Marx und Engels in eine neue Gesellschaftsform einzubringen, in der die Menschlichkeit an erster Stelle steht?

Das Team um Autor Michael Kloft hat Originalschauplätze der Geschichte des Kommunismus besucht, allen voran St. Petersburg und Moskau, aber auch das Grab von Karl Marx in London und Stalins Geburtsort Gori in Georgien. Auf Spurensuche nach den Auswirkungen des stalinistischen Terrors sind sie nach Albanien und bis nach Perm gereist, wo ein Lagerkomplex des Gulag erhalten geblieben ist. Um die gegenwärtige Verfassung der kommunistischen Idee zu untersuchen, waren sie auf Kuba und in Vietnam, haben mit dem Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Frankreichs über die Zukunft der Idee gesprochen und sich über die politische Lage in Portugal informiert, wo erstmals seit dem Untergang des sowjetischen Systems in Europa wieder eine kommunistische Partei Regierungspolitik macht.

Zu den Historikern, die in der Dokumentarreihe die Geschichte des Kommunismus analysieren, gehören der Londoner Russland-Experte Orlando Figes, der Frankfurter Kommunismus-Experte Gerd Koenen und Geschichtsprofessor Peter Brandt, Sohn von Willy Brandt.

Sahra Wagenknecht, die Fraktionsvorsitzende der Linken im Deutschen Bundestag, und der ehemalige Studentenführer Daniel Cohn-Bendit kommentieren wichtige Abschnitte der Geschichte des Kommunismus. Der polnische Arbeiterführer Lech Walesa, der russische Schriftsteller Daniil Granin, sowie der chinesische Dissident und Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, Liao Yiwu, geben als Zeitzeugen Auskunft über ihre Erfahrungen mit dem kommunistischen System.

Aufstieg und Fall des Kommunismus - Die Folgen

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