Goodbye DDR

Von der Staatsgründung 1949 bis zum Mauerfall 1989

Es war ein Glanzpunkt der deutschen Geschichte. 70.000 Menschen demonstrierten am 9. Oktober 1989 auf dem Ring von Leipzig für die Freiheit. Jene Demonstrierenden der ersten Stunde, die "Wir sind das Volk" gerufen haben, wollten freilich erst mal nicht die deutsche Einheit, sondern eine bessere DDR. Die Kräfte aber, die ihr Mut entfesselt hatte, waren schließlich stärker als sie selbst. Und dennoch haben sie Erstaunliches vollbracht: Das scheinbar angepasste Volk der DDR kam aus den Nischen und machte Revolution - die erste deutsche Revolution, die glückte und die glücklich endete. Garaus für den vielzitierten Lenin-Spruch: "Wenn die Deutschen auf dem Bahnhof eine Revolution machen wollen, kaufen sie sich vorher eine Bahnsteigkarte."

Sechzehn Jahre nach der Wiedervereinigung ist die DDR wieder in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. "Ostalgie"-Shows haben sich, zum Teil affirmativ, den Lebensbedingungen im zweiten deutschen Staat gewidmet. Der komplexen historischen Realität sind diese Sendungen nicht immer gerecht geworden. Umfragen haben ergeben, dass die heutige Schülergeneration nur noch wenig über die DDR weiß. In Magdeburg etwa konnte nur noch eine Minderheit befragter Gymnasiasten sagen, wann die Mauer gebaut wurde, viele von ihnen hielten Siegmund Jähn für einen Fußballer und vermuteten Schwerin im Westen. Vor allem der Alltag in der DDR ist vielen fremd. Wer wissen will, wie man gelebt, geliebt und überlebt hat in der DDR, muss deren Widerspruch erfassen.

Von Idealismus und Pragmatismus

Die Dokumentarreihe "Goodbye DDR" schildert in vier Folgen DDR-Geschichte von der Staatsgründung 1949 bis zum Mauerfall 1989: die ausgeprägte Solidarität der Menschen ebenso wie die Terrorpraktiken der Stasi; Stolz auf sportliche Glanzleistungen und Frust wegen der katastrophalen Wirtschaftslage; anpassungsfähigen Pragmatismus ebenso wie bitter enttäuschten Idealismus. Anhand der Biographien von Walter Ulbricht, Erich Mielke, Katarina Witt und Erich Honecker bietet die Serie ein differenziertes Bild der Lebenswirklichkeit im "anderen Deutschland". Dazu ergänzt eine ganze Reihe unbekannter Einzelschicksale das Gesamtbild - Geschichten von Mauerflüchtlingen und Grenzsoldaten, von Dissidenten und Bürokraten, von gebrochenen Rebellen bis hin zum ganz normalen Dasein in der "Nische".

In vier Folgen entsteht eine ebenso spannende wie erhellende Geschichte der DDR - mit viel Zeitgeist, historischer Analyse und bewegenden Schicksalen.

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