Die wahre Geschichte der Apollo 13

"Erfolgreicher Fehlschlag"

Am 11. April 1970 startet die Raumfähre Apollo 13 ihre Mission zum Mond. Die Öffentlichkeit schenkt ihr nur wenig Beachtung. Die erste Mondlandung war der Apollo 11 ein Jahr zuvor geglückt, den Wettlauf zum Mond hatten die USA für sich entschieden. Doch als die drei Astronauten an Bord auf ihrem Weg zum Mond in Lebensgefahr geraten und ihr Schicksal zwei Tage lang unsicher bleibt, nimmt die ganze Welt Anteil und hofft auf ihre sichere Rückkehr.

Grund für die gefahrvolle Situation der Apollo 13 ist ein explodierter Sauerstofftank, der das Raumschiff stark beschädigt und ins Schlingern bringt. Die Reise zum Mond muss abgebrochen werden, dafür reicht die Energieversorgung des Shuttles nicht mehr aus. Aber für ein Wendemanöver hat die Apollo 13 nicht genügend Treibstoff. Um wieder Kurs auf die Erde nehmen zu können, nutzen die Astronauten die Anziehungskraft des Mondes.

Kostbarer Treibstoff

Die Apollo 13 wird von der Anziehungskraft des Mondes eingefangen, ohne dabei Treibstoff zu verbrauchen. Nun muss nur noch das Triebwerk im richtigen Zeitpunkt gezündet werden, um wieder Kurs auf die Erde zu nehmen. Einen Fehler dürfen sich die Piloten bei diesem Manöver allerdings nicht erlauben, denn ihr Treibstoff ist kostbar. Er ist notwendig für das Abbremsen der Apollo 13 nach Eintritt in die Erdatmosphäre.

Doch für den Rückflug ist die Fracht an Bord nicht vorgesehen: Die Mondfähre "Aquarius", die eigentlich hätte zurückbleiben sollen und nun die Gesamtmasse der Apollo 13 jedoch extrem erhöht. Mit großem Fingerspitzengefühl gelingt es der Crew an Bord, das Raumschiff nach der Mondumrundung wieder auf Kurs zu bringen, ohne zu viel Treibstoff zu verbrauchen.

Mondfähre als Rettungsboot

Der explodierte Sauerstofftank hat jedoch ein weiteres Problem verursacht: Ein Großteil der Energieversorgung der Kommandokapsel ist zusammengebrochen. Der Strom reicht für die Rückreise nicht mehr aus. Fast alle Systeme werden deshalb abgeschaltet, trotzdem reicht der Strom nur für maximal zwei Stunden. Die Mondfähre "Aquarius", die den Astronauten eben noch als Problemlast erschien, wird von ihnen nun kurzerhand in ein Rettungsboot umfunktioniert.

Doch auch in der "Aquarius" gibt es Probleme: Sie ist nur für zwei Personen konzipiert, ebenso ihre CO2-Filter. Die Astronauten müssen improvisieren und können das Belüftungssystem notdürftig für drei Personen umbauen. Die "Aquarius" hat zudem nicht genügend Strom für die Rückreise. Alle nicht dringend benötigten Systeme müssen ausgeschaltet werden, unter anderem die Heizung. Die Temperatur sinkt innerhalb kurzer Zeit auf wenige Grad. Abwechselnd teilen sich die drei Astronauten die beiden wärmenden Raumanzüge, die eigentlich für den Mondspaziergang gedacht waren.

Glückliche Landung

Das beschädigte Versorgungsmodul der Apollo 13
Das beschädigte Versorgungsmodul der Apollo 13 Quelle: ,NASA

Als sich Apollo 13 wieder der Erde nähert, steigen die Astronauten wieder um in ihre Kommandokapsel. Bevor die Bremsraketen gezündet werden, trennen sie das Versorgungsmodul und die Mondfähre "Aquarius" ab. Erst jetzt wird für die Astronauten sichtbar, wie schwer ihr Versorgungsmodul, das für den Strom und alle Lebenserhaltungssysteme verantwortlich ist, beschädigt worden war.

Mit ihrem letzten Treibstoff bremst die Apollo-13-Kapsel ihren Flug ab und tritt in die Erdatmosphäre ein. Ihr Hitzeschild ist durch die Explosion des Sauerstofftanks glücklicherweise unbeschädigt geblieben. Apollo 13 landet am 17. April 1970 im Pazifik, wo ein Bergungsschiff auf sie wartet. Die zu Anfang fast aussichtslose Rettungsaktion der Apollo 13 endet glücklich. Die NASA bezeichnet die Mission trotz gescheiterter Mondlandung als "erfolgreichen Fehlschlag".

Mondlandungen vorerst eingestellt

Die Crew der Apollo 13 wird nach ihrer Rückkehr von Präsident Nixon geehrt.
Die Crew wird nach ihrer Rückkehr von Präsident Nixon geehrt Quelle: NASA

Eine Untersuchungskommission ermittelt, dass der Sauerstofftank durch einen Kurzschluss explodiert war. Die Sauerstofftanks für die weiteren Apollo-Missionen werden daraufhin nachgebessert. Das Programm wird 1971 mit der Apollo 14 fortgesetzt.

Die nächsten beiden Mondlandungen streicht die NASA jedoch. Im Haushalt hat es Budgetkürzungen für das Raumfahrtprogramm gegeben. Heute vermutet man, dass die NASA befürchtete, dass bei einem weiteren Unfall wie bei der Apollo-13-Mission, das gesamte bemannte Raumfahrtprogramm gestrichen werden würde.

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