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Geheimnisse des Kaiserreichs: Hoheiten und Herrenmenschen (2/3)

Ein neuer Kaiser tritt an und drückt einer ganzen Epoche seinen Stempel auf: Wilhelm II. Er wird zur nationalen Symbolfigur, ist die Personifizierung des Reiches. Was ist sein Konzept?

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44 min
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13.05.2020
Video verfügbar bis 12.05.2021, in Deutschland, Österreich, Schweiz

Im Wettlauf mit anderen Mächten wird Deutschland zur Kolonialmacht. Das Kolonialreich wächst, aber der Imperialismus ist begleitet von Grausamkeiten bis hin zum Völkermord. Die Bevölkerungsexplosion löst eine Massenwanderung vom Land in die Städte aus.

Friedrich III.

Im Jahr 1888 gibt es drei Wechsel an der Spitze des Staates. Mit dem Tod Kaiser Wilhelms I. tritt die Gründergeneration des zweiten deutschen Kaiserreichs ab. Ihm folgt sein Sohn Friedrich III. auf den Thron. Er hat als Kronprinz fast 30 Jahre auf diesen Moment warten müssen und ist zermürbt von der Langzeitregierung seines Vaters.

In ihn setzen liberale Kräfte große Hoffnungen, hat er doch bisher liberale-reformerische Tendenzen erkennen lassen, wie zum Beispiel eine konstitutionelle Monarchie einzuführen. Seine freisinnige Mutter Augusta hatte ganz im Gegensatz zum konservativen Vater Wilhelm liberales Denken bei ihrem Sohn angelegt. Während seines Studiums in Bonn war Friedrich mit liberalen Kreisen in Berührung gekommen. Seine englische Frau Victoria, Tochter von Queen Victoria, hatte das im Vereinigten Königreich mit seiner konstitutionellen Monarchie vorherrschende liberalere politische Denken mitgebracht.

Andererseits ist Friedrich III. auch in den konservativen preußischen Kreisen als Kriegsheld geachtet, hatte er doch im deutsch-französischen Krieg als Feldherr in der Schlacht von Sedan entscheidend zum Sieg beigetragen. Als er endlich seine Herrschaft angetreten hat, bleibt ihm jedoch keine Zeit mehr, sein politisches Programm vorzustellen, geschweige denn es umzusetzen. Denn er ist an Kehlkopfkrebs erkrankt und stirbt nach 99 Tagen auf dem Thron.

Wilhelm II.

Sein Sohn und Nachfolger Wilhelm II. ist aus ganz anderem Holz geschnitzt. Die ersten offiziellen Kaiserfotos von Wilhelm II. zeigen es: ein vor Selbstbewusstsein strotzender, 29 Jahre junger Mann, beseelt von einem ungeheuren Geltungsdrang bis hin zum Größenwahn. Nun tritt der Mann an, der dem Wilhelminischen Zeitalter seinen Namen gegeben hat.

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