Hausbesetzer - Randale gegen Leerstand

Dokumentation | ZDFinfo Doku - Hausbesetzer - Randale gegen Leerstand

Die Auseinandersetzungen um das Frankfurter Westend liefen schon in der ersten Hälfte der 70er Jahre und haben keine direkte Verbindung zu den späteren Besetzungen.

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.04.2018, 23:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016

Aber sie markieren das erste Auftreten der Spontis, und seitdem war die Idee der Hausbesetzungen in den Köpfen. Die Frankfurter waren noch in der Nachfolge der 68er, es stand ein politisches Konzept hinter den Aktionen. Letztlich konnten sie viele der Häuser im Westend retten, doch heute werden sie von reichen Leuten oder für Büros genutzt.

Lust an der Konfrontation mit der Staatsmacht

Die Auseinandersetzungen in Berlin ab 1980 waren die heftigsten in der Besetzer-Bewegung. Zeitweise waren über 150 Häuser besetzt, und die Berliner Ereignisse regten eine Welle von Nachahmungen bis in die deutsche Provinz an. Neben eher oberflächlichen politischen Parolen war die Lust an der Konfrontation mit der Staatsmacht wichtiges Motiv - und der Wunsch, Freiräume für ein selbstbestimmtes, freies Leben zu erobern. Das ist teilweise gelungen, auch wenn viele Illusionen begraben werden mussten. Gleichzeitig haben Lehren aus den Besetzungen für viele Jahre die Berliner Bau- und Wohnungspolitik geprägt.

Dritter Komplex ist die Geschichte der Besetzungen in Hamburg. Sie beschränkten sich auf wenige Häuser in einem kleinen, aber für die Stadt wichtigen Bereich. Die Besetzer waren sehr militant, ihr Ziel war jedoch von Anfang an die Legalisierung ihres Status. Die Auseinandersetzung darum wurde vor allem im Senat ausgetragen und beeinflusste viele Jahre die Landespolitik.

Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Verbindungen

Die Besetzungen in Zürich und Amsterdam sowie in Göttingen und Freiburg sollen nicht unerwähnt bleiben. Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Verbindungen werden dargestellt. So gab es zum Beispiel viele gegenseitige Besuche und Verbindungen der Züricher mit Berlin. Doch in Zürich ging es nur darum, in der piefigen Schweiz selbstverwaltete Jugendzentren als Freiräume zu erkämpfen. In Amsterdam ging es vorrangig um Wohnraum, aber das unter sehr anderen politischen und rechtlichen Voraussetzungen.

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