Kasachstan - Größenwahn und Krise

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In Astana, der Hauptstadt Kasachstans, findet vom 10. Juni bis zum 10. September 2017 die EXPO mit dem Thema "Energie der Zukunft" statt.

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.08.2018, 10:00

Es ist das erste Mal, dass die Weltausstellung in einem Land der ehemaligen Sowjetunion ausgerichtet wird. Astana plant eine Veranstaltung der Superlative. Mehr als 100 Länder, so viele wie noch nie zuvor, sollen an der EXPO teilnehmen.

36 Pavillons wurden von internationalen Stararchitekten wie Smith und Gil, Zaha Hadid und Coop Himmelb(l)au im futuristischen Design errichtet. Rund fünf Millionen Besucher werden erwartet.

Der Traum vom weltweiten Imagegewinn

Kasachstan ist seit 1991 unabhängig. Es ist das neuntgrößte Land der Erde und reich an Bodenschätzen, vor allem an Erdöl und Erdgas. Präsident Nasarbajew will möglichst schnell den Sprung vom Schwellenland zu einer entwickelten Industrienation schaffen. Da sollen Großveranstaltungen wie die EXPO helfen.

Etwa vier bis fünf Milliarden Euro lässt sich die kasachische Regierung das Spektakel kosten. Dass die EXPO über alternative Energien ausgerechnet im Erdölstaat Kasachstan stattfindet, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Offiziell heißt es, das zentralasiatische Land wolle sich den Technologien der Zukunft nicht verschließen. Doch der politischen Führung um den "ewigen Präsidenten" Nursultan Nasarbajew dürfte es vor allem um den weltweiten Imagegewinn gehen.

Wirtschaftskrise und Repressionen

Doch längst fließen die Erdöl-Dollars nicht mehr so üppig wie noch vor einigen Jahren. Das Land steckt in einer Wirtschaftskrise. Immer lauter wird die Kritik an den Milliardensummen, die für das Prestigeprojekt EXPO in der glitzernden Hauptstadt Astana ausgegeben werden, während große Teile der Bevölkerung arm sind und unter den Folgen der Krise leiden.

Doch nach innen regiert die Führung mit harter Hand. Eine Opposition gibt es nur auf dem Papier, und wer die Regierung kritisiert, muss damit rechnen, in Gefangenschaft zu geraten. Wenige Tage vor den Dreharbeiten zu diesem Film wurde der Journalist Janbolat Mamay verhaftet, der in den sozialen Medien gegen Pläne der Regierung angeschrieben hatte. In der Dokumentation kommt seine Kollegin und Ehefrau zu Wort. Sie verurteilt das Vorgehen der Regierung und betont, trotz aller Repression weiter für die Durchsetzung der Menschenrechte in ihrem Land kämpfen zu wollen.

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