Krieger: Albtraum Schlachtfeld

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Sei es als Fremdenlegionär im Algerienkrieg, als Zugführer in Afghanistan oder als Waffen-SS-Mann im Zweiten Weltkrieg. Offen erzählen die Krieger von Schrecken und Leid, - vom Albtraum Schlachtfeld.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 30.11.2017, 23:59
Produktionsland und -jahr:
2016

Im Fokus des zweiten Teils steht die Frage: Wie ist das Leben auf dem Schlachtfeld? Welche Kriegserfahrungen haben die Protagonisten gemacht? Welche Erinnerungen haben sie an den Tag, als sie den Marschbefehl bekamen und mit welchen Gefühlen sind sie in den Kampf gezogen? Der Mannheimer Heinrich Back zum Beispiel war fünf Jahre lang bei der Fremdenlegion. Nach seiner knallharten Ausbildung, die von extremem Drill und strengem Gehorsam geprägt war, kommt er nach Algerien. Das Land kämpft um die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Frankreich. Der Algerienkrieg gilt bis heute als einer der grausamsten Kolonialkriege aller Zeiten – und Back war mittendrin. Der damals 20-Jährige bewacht die Grenze zu Tunesien, sie ist mit einem Elektrozaun gesichert. Trotzdem gelingt es den Aufständischen immer wieder den Zaun zu durchbrechen. Dann hieß es für Back kämpfen – und zwar Mann gegen Mann.

Einprägsame Kriegserlebnisse

Der 76-Jährige schildert seine Erinnerungen an diese Zeit ebenso eindrücklich wie Heiko B. (Name geändert). Der zweifache Familienvater ist Leutnant bei der Bundeswehr und war in zwei Auslandseinsätzen. Besonders schlimm sein letzter 2008 in Afghanistan. Die deutschen Truppen sind zu dieser Zeit an der Antiterroroperation „Enduring Freedom“ und am ISAF-Einsatz zur Stabilisierung Afghanistans beteiligt und Heiko ist als Zugführer einer Fallschirmjägertruppe dabei. Die Bundeswehr hat mehr und mehr Opfer zu beklagen. Und auch in Heikos Einheit kommt es zu Zwischenfällen, die seine anfängliche Einstellung zum Krieg und zum Töten grundsätzlich verändern. Sein einprägsamstes Erlebnis hat er, als er gemeinsam mit einer Ärztin als erster an einen Tatort kommt, an dem sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hat.

Auch den 94-jährigen Ludwig Baumann prägen seine Kriegserlebnisse bis heute. Er will nicht zum Militär, doch er muss, denn Kriegsdienstverweigerern drohen in Hitlerdeutschland wegen „Wehrkraftzersetzung“ harte Strafen – oft sogar der Tod. Er wird nach Frankreich abkommandiert, kämpft zunächst in der Normandie, später wird er nach Bordeaux verlegt. Dort beschließt er zusammen mit seinem Freund Kurt Oldenburg zu desertieren. Doch die beiden werden gefasst – ein Martyrium beginnt: Sie werden gefoltert und zum Tode verurteilt. Ein Jahr sitzen sie in der Todeszelle, dann werden sie begnadigt, die Todesstrafe in eine Haftstrafe umgewandelt. Ludwig Baumann landet im berüchtigten Wehrmachtsgefängnis Torgau, wo mehr als 1300 Deserteure hingerichtet werden. Er wird einem Strafbataillon zugeteilt und muss an der Ostfront den Rückzug der deutschen Truppen schützen. Noch am Tag des Kriegsendes wird der Zug bombardiert, in dem Ludwig Baumann zurück in die Heimat fahren will. Er landet in russischer Kriegsgefangenschaft. Ob wie Ludwig Baumann im Zweiten Weltkrieg, ob auf dem Balkan oder im Irakkrieg – die Krieger haben eines gemeinsam – sie haben furchtbare Dinge erlebt.

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