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Mit 500 PS durch Europa - Mit dem WISO-Truck auf dem Balkan

Fernfahrer unterwegs: Sie bekommen täglich hautnah mit, wie es um Europa bestellt ist. Vier von ihnen begleitet die Dokumentation im Rahmen der Aktion "WISO-Truck".

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.08.2020

Während die EU die wohl unruhigsten Zeiten seit ihrer Gründung erlebt, begibt sich der Film auf Spurensuche: Ist noch irgendetwas so wie früher? Und wie sehr tickt die Uhr im internationalen On-time-Geschäft?

"Es sind 100 Lkw auf einem Parkplatz. Fünf davon sind Deutsche. 30 Rumänen. 40 Polen", sagt Tiberiu Croitoru und bringt auf den Punkt, wie sich die Branche verändert hat. Auch bei deutschen Speditionen sitzen überwiegend osteuropäische Fernfahrer am Steuer. Tiberiu, den alle nur "Dodo" nennen, ist einer von ihnen. Vor ihm liegen jetzt gut 1400 Kilometer. Mit Dodo fahren die Filmemacher von Ingolstadt an die äußersten Ränder der erweiterten EU, in seine Heimat nach Rumänien.

Erfolgsgeschichte EU?

Freier Warenverkehr. Freier Personenverkehr. Das sind zwei zentrale Grundpfeiler des europäischen Binnenmarkts. Seit zwölf Jahren profitiert davon auch Rumänien, seit 2007 EU-Mitglied. Das bietet riesige Potenziale, nicht nur für die Neumitglieder, sondern auch für westeuropäische Firmen und Betriebe. Doch es sorgt auch für gewaltige Probleme. Ist die EU hier trotzdem eine Erfolgsgeschichte? Oder bloß ein guter Deal für Wirtschaft und Politik?

Auf dem Weg nach Rumänien passiert der Truck Györ in Ungarn, eine Hochburg der europäischen Automobilindustrie, wo unter anderem Audi für den Weltmarkt produzieren lässt. Die ungarischen Arbeiter verdienen einen Bruchteil ihrer deutschen Kollegen - auch das ist Realität in einem gemeinsamen Europa. "Die Politik ist hier die gleiche wie bei uns in Rumänien", findet Tiberiu. "Viel Korruption. Die Leute aus den Regierungen besitzen Flugzeuge statt Autos. Und der einfache Bürger steht da und verhungert."

Dem Geld hinterher, gen Westen

Daher treiben die besseren Verdienstmöglichkeiten eine Menge Osteuropäer westwärts, und meist müssen sie das Wertvollste zurücklassen: Im rumänischen Oituz besucht das Filmteam eine Kindertagesstätte für sogenannte EU-Waisen: Jungs und Mädchen, deren Eltern als Arbeitsmigranten im Westen schuften. "Ich finde, dass Europa vereinter sein müsste", sagt Dodo. Was das bedeutet? "Dass einer dem anderen hilft, jeder für den gleichen Job auch das gleiche Gehalt bekommt. Es müsste einen europäischen Mindestlohn geben."

Viele Länder auf dem Balkan kämpfen mit den von der EU geforderten und geförderten Standards, es hapert beim Rechtsstaat, bei der Bekämpfung der Korruption und bei der Bewältigung ethnischer Konflikte. Im osteuropäischen Hinterhof wächst nicht nur die Frustration. Auch alte Konflikte sind nach wie vor allgegenwärtig, etwa zwischen den EU-Mitgliedern Kroatien und Slowenien um die Bucht von Piran.

Das Leben an der EU-Grenze

Die 45-minütige Dokumentation erzählt vom Leben an der EU-Außengrenze, von Logistik und den immer weiter wachsenden Warenströmen gen Osten. Der Fahrer Tiberiu Croitoru muss aufladen, sich zurechtfinden auf rumänischen Buckelpisten, er muss einen Schlafplatz finden, doch vor allem muss er eins: pünktlich sein.

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