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Sklaverei im US-Knast – Arm, Schwarz, Ausgebeutet

In den USA werden über zwei Millionen Menschen im Gefängnis festgehalten - mehr als in jedem anderen Land. Durch Masseninhaftierung wird in Amerika vor allem Gewinn gemacht.

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55 min
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11.09.2020
Video verfügbar bis 10.09.2021, in Deutschland

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Denn die Gefängnisse sind ein Wirtschaftszweig. Jeder dritte Afroamerikaner ist oder war im Gefängnis. Wer einmal drin ist, kommt kaum wieder heraus - nicht wegen neuer Straftaten, sondern wegen der Schikanen des Systems.

Ein Gefängnissystem mit wirtschaftlichem Kalkül

265 Milliarden Dollar wendet die US-Regierung jährlich für Gefängnisse auf. Wo geht das Geld hin? Der erfolgreiche schwarze Filmregisseur Roger Ross Williams fährt in seine Heimatstadt, um herauszufinden, wie es zum Selbstmord seines Jugendfreundes kommen konnte. Er erfährt, dass sein Freund an den ständigen Haftstrafen zerbrochen ist. Auch dessen Familie leidet noch heute darunter.

Williams fasst den Entschluss, das Gefängnissystem zu durchleuchten. In zahlreichen Gesprächen mit Experten und Vertretern von Wirtschaft und Politik entdeckt er, dass ein ganzer Industriekomplex kein Interesse daran hat, den Status quo des Strafvollzugs zu ändern: 2,2 Millionen Inhaftierte sorgen für ein florierendes Geschäft, von dem Unzählige profitieren.

Und meist trifft es die einkommensschwächere Bevölkerung mit afroamerikanischen Wurzeln. Wer eine relativ geringe Straftat begeht, wie etwa Trunkenheit am Steuer, sitzt schnell für zwei Jahre und länger hinter Gittern. So hindern zum Beispiel unrealistisch hohe Kautionszahlungen und Gerichtsgebühren einen Großteil der Verurteilten daran, selbst nach der Haft in ein normales Leben zurückzukehren. Was niemand weiß: Dahinter steckt Kalkül, denn jeder Insasse bringt Geld, und die Profiteure des Systems haben wenig Interesse daran, auf diese lukrative Einnahmequelle zu verzichten.

Ein Mittel der Unterdrückung

Aber welches Interesse hat die Regierung daran, so viele Menschen festzuhalten und dazu horrende Summen aufzubringen? Wie Williams erfährt, gibt es auch politische Gründe. Seine These: Die armen Bevölkerungsschichten und people of color verkörpern aus Sicht der Machthaber die Gefahr einer Revolution. Historisch gesehen gingen Umwälzungen immer von diesen Gesellschaftsschichten aus. Deshalb werden sie mit diesem System in Schach gehalten.

Williams begleitet Adam Foss. Der hat sich zum Ziel gesetzt, alle Staatsanwälte des Landes von einem besseren Weg zu überzeugen. Sein Vorgehen gleicht dem Kampf von David gegen Goliath. Doch der erste Schritt besteht darin, die breite Öffentlichkeit über die Hintergründe der Masseninhaftierung in den USA zu informieren.

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