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Deutschlands Krieger: Franz Josef Strauß

Die Bundeswehr und ihre Minister

Doku | ZDFinfo Doku - Deutschlands Krieger: Franz Josef Strauß

Franz Josef Strauß – der Polterer und Polarisierer. Sein hitziger Charakter sollte die Nation spalten. Die Bundeswehr schmiedet er in ihren Anfangsjahren jedoch zusammen - in Zeiten, als der Wiederbewaffnung nach Kriegsende noch Ablehnung entgegenschlägt.

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.03.2019, 23:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016

Die Dokumentation beleuchtet die Gründerjahre der anfangs noch namenlosen, neuen Armee und die Rolle des damaligen Verteidigungsministers Franz Josef Strauß. Wie haben sich seine Erfahrungen als ehemaliger Wehrmachtssoldat auf seinen Führungsstil ausgewirkt? Welche (Fehl-)Entscheidungen hat er zu verantworten? Und wie schafft er es, zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs eine international respektierte Armee aufzubauen?

Ein Aufsteiger in Adenauers Kabinett

Anfangs sieht es so aus, als ob Strauß, mit Ende 30 der jüngste Aufsteiger in Adenauers Kabinett, noch lange auf seine große Chance warten müsste. Denn der Regierungschef verkündet noch im Sommer 1956: „Solange ich Kanzler bin, werden Sie nie Verteidigungsminister.“ In den 1950er Jahren steht viel auf dem Spiel: Adenauer will den NATO-Beitritt Deutschlands und auf Augenhöhe mit den ehemaligen Besatzungsmächten verhandeln. Das Bündnis fordert dafür eine neue, deutsche Armee als Bollwerk gegen den Kommunismus. In dieser Debatte irritiert der bayerische Metzgerssohn Strauß mit seinem forschen Ton. „Wer so redet, der schießt auch“, warnt der FDP-Mann Reinhold Meier.

Doch kompromisslos und rhetorisch brillant überzeugt Strauß alle Skeptiker und beerbt Theodor Blank als Verteidigungsminister. Er setzt die atomare Aufrüstung gegen die massiven Proteste der Anti-Atomwaffen-Bewegung durch. Gleichzeitig schafft er es, das Image der selbst im eigenen Land anfangs kritisch beäugten Bundeswehr aufzupolieren.

Die Truppe profiliert sich in ihrem ersten Auslandseinsatz 1960 bei der Erdbebenhilfe im marokkanischen Agadir und zwei Jahre später bei der Sturmflut in Hamburg, wo Soldaten mehr als 1000 Menschen retten. An Bewährungsproben mangelt es der jungen Bundeswehr nicht: 1957 ertrinken 15 Wehrpflichtige bei einer Übung in den Fluten der Iller. Das wirft nicht nur Fragen zu Strauß Führungsstil, sondern auch zu den neuen Grundpfeilern der Bundeswehr auf: „Innere Führung“ und ihr Leitbild, der „Staatsbürger in Uniform“, gilt es noch zu etablieren.

In der Truppe beliebt trotz vieler Skandale

Der hemdsärmelige Bayer ist in der Truppe beliebt, auch wenn zahlreiche Skandale seinen Weg pflastern. Auf sein Konto geht die Beschaffung des kampfuntauglichen Schützenpanzers HS-30 sowie des später als „Witwenmacher“ verschrienen Starfighters. So werden mit dem Namen Strauß bis heute Beschaffungs-Skandale und Schmiergeldaffären in Verbindung gebracht, die er zunächst politisch unbeschadet übersteht. Die Presse schießt sich allerdings auf den umstrittenen Minister ein – allen voran das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ mit seinem Herausgeber Rudolf Augstein. Das gipfelt in der Spiegel-Affäre, die die noch frische Demokratie in der Bundesrepublik erschüttert und schließlich auch den Verteidigungsminister zu Fall bringt.

In exklusiven Interviews, wie etwa mit Franz Georg Strauß, Sohn des ehemaligen Verteidigungsministers, und dem amtierenden Bundesinnenminister Thomas de Maizière, sowie mit Filmmaterial überwiegend aus dem Archiv der Bundeswehr illustriert und analysiert diese Dokumentation ein Stück Zeitgeschichte: die Anfangsjahre der Bundeswehr unter Franz Josef Strauß.

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