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Tödliche Rennen - Staat gegen Raser

Die Zahl der illegalen Autorennen scheint zuzunehmen – und mit ihnen die Zahl der unbeteiligten Opfer. Mit einem neuen Gesetz und höheren Strafen wollen Gesetzgeber und Polizei die Raser ausbremsen.

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43 min
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04.06.2020
Video verfügbar bis 03.06.2021

Doch lassen sich Fahrer tatsächlich durch erweiterte Gesetze, mehr Kontrollen und härtere Strafen von ihren illegalen Rennen abhalten?

Unschuldige Tote und Verletzte

In der Nähe von Rosenheim sterben zwei unbeteiligte junge Frauen in Folge eines Autorennens, in Stuttgart verunglückt ein junges Paar tödlich, als zwei Sportwagen durch die Innenstadt rasen,  in Moers kommt eine zweifache Mutter ums Leben, weil ein Mercedesfahrer mit 167 Stundenkilometern durch die Wohnanlage fährt. In allen Fällen sind der Grund für die Unfälle junge Männer, die mit aufgemotzten Autos ihren Geltungswunsch auf der Straße ausleben.

Nach zahlreichen schweren Unfällen mit Todesopfern drohen Rasern jetzt deutlich härtere Strafen. Im Juni 2017 hatte der Deutsche Bundestag den §315d verabschiedet. Demnach sind illegale Autorennen auch ohne konkrete Gefährdung strafbar. Bei Rennen mit Todesfolge sieht das Gesetz jetzt sogar Haftstrafen von bis zu 10 Jahren vor. Vorher erhielten die Raser maximal ein Bußgeld in Höhe von 400 Euro und ein Fahrverbot von einem Monat. „Raserei ist russisches Roulette, allerdings ist der Spieleinsatz das Leben der Anderen", so NRW Innenminister Thomas Kutschaty, von dem die Initiative der Gesetzeserweiterung ausging.

Mord oder kein Mord?

Im Frühjahr 2019 standen in Berlin Hamdi H. und Marvin N. erneut vor dem Strafgericht in Berlin Moabit. Die zwei Beschuldigten, beide bereits mehrfach wegen Delikten im Straßenverkehr aufgefallen, hatten sich im Februar 2016 ein Rennen geliefert, bei dem ein Unbeteiligter ums Leben kam.

Im ersten Prozess verurteilte das Landgericht Berlin die Täter zu lebenslanger Haft. Es war das erste Mal, dass Raser wegen Mordes verurteilt wurden. Doch der Bundesgerichtshof kippte das Urteil mit der Begründung, dass der Mordvorsatz nicht ausreichend begründet sei. Das Landgericht Berlin Moabit verhandelte den Fall deshalb noch einmal neu. Das noch nicht rechtskräftige Urteil: Lebenslange Freiheitsstrafe.

Illegale Raserei von vorneherein verhindern

Die Frage ob Mord oder nicht interessiert Hauptmeister Daniel Petras und Andy Pyka von der der Polizei Rosenheim nicht, wenn sie abends ihren Einsatz beginnen. Ihnen geht es darum illegale Raserei von vorneherein zu verhindern. Nach dem Tod der beiden jungen Frauen in Rosenheim wurde eine Ermittlungsgruppe gegründet, die sich speziell auf sogenannte „Poser“ konzentriert, also junge Männer, die mit ihren getunten Autos, aufgemotzten Motorrädern und ihrem Fahrstil zeigen wollen, wer sie sind.

„Aufklärung hat leider nichts gebracht. Denen muss es wehtun: also hohe Geldbußen, Führerscheinentzug, Stilllegen des Fahrzeugs. Nur durch diese Maßnahmen und ständige Kontrollen haben wir die Raserszene in Rosenheim in den Griff bekommen.“, so Andreas Pyka.

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