Unsere geheimen Vorfahren (2)

Das Reptil in uns

Doku | ZDFinfo Doku - Unsere geheimen Vorfahren (2)

In dieser Folge zeigt Neil Shubin, wie Evolution funktioniert. Zudem veranschaulicht er, dass der Mensch mit den Eierlegern verwandt ist.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 30.06.2017, 23:59
Produktionsland und -jahr:
2015

Wie wurde der menschliche Körper zu dieser komplizierten und eigenartigen Maschine, die er heute ist? Die Antworten lassen sich bis zu hunderte Millionen Jahre zurückverfolgen.

Basierend auf dem Buch des führenden Paläontologen Dr. Neil Shubin beantwortet diese dreiteilige Serie die Frage, warum wir so sind, wie wir sind und was uns dazu machte. Denn im menschlichen Körper versteckt sich die Geschichte des Lebens auf der Erde.

Das Reptil in uns

Neil Shubin entdeckt das Fossil eines Tieres, das eine einmalige Mischung von Merkmalen aufweist. Dieses 200 Millionen Jahre alte Fossil markiert einen entscheidenden Moment in der Evolutionsgeschichte: den Übergang vom Reptil zum Säugetier.

Beim Dottersack denkt man nicht an den Menschen, aber trotzdem hat er am Anfang einen. Er wird immer kleiner, je größer der Embryo wird. Dieses winzige Stück Gewebe steht für etwas, das hunderte Millionen Jahre zurück liegt – ein historischer Moment: Als die ersten Wirbeltiere an Land gingen, mussten sie in einer völlig anderen, sehr gefährlichen Welt zurechtkommen. Wie konnten sie die Eier vor dem Austrocknen schützen? Amphibien lösten das Problem, indem sie die Eier im Wasser ablegten. Reptilien entwickelten eine komplett neue Eiform: Sie hüllten ihre Embryos in eine mit Flüssigkeit gefüllte Fruchtblase – den Dottersack  – und schützten diesen mit einer festen Schale. So konnten sie ihre Eier an Land legen und ihren Eroberungszug starten. Es entwickelten sich Vögel, Schlangen, Krokodile und Schildkröten – schließlich Säugetiere.

Wissenschaftler haben das Genom eines Menschen mit dem eines Huhns oder eines Reptils verglichen und gefragt: Was haben sie gemeinsam oder was unterscheidet sie? Sie suchten nach einem Gen, das Dotter im Ei bildet. Sie fanden solche Dotter-Gene, doch sie funktionieren nicht mehr. Unsere Urahnen hörten nämlich irgendwann auf, ihre Nachkommen mit Dotter zu ernähren. Die Dotter-Gene zerfielen. Am Ende wurde kein Dotter mehr produziert. Doch noch immer liegen diese Genschnipsel in unserem Genom vergraben, Fossilien gleich.

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