Whistleblower - Der Preis der Wahrheit

Dokumentation | ZDFinfo Doku - Whistleblower - Der Preis der Wahrheit

Christian Papendick, Rudolf Schmenger, Swen Ennullat, Antoine Deltour, Edward Snowden: Sie alle sind Whistleblower. Brauchen wir sie, oder richten sie am Ende etwa noch größeren Schaden an?

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.01.2018, 23:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Whistleblower verraten Geheimnisse: über den ADAC, über Steuersünder oder Geheimdienste. Sie decken Missstände auf, bringen jedoch auch sich und andere in Gefahr. Doch: Wann darf man Geheimnisse verraten? Wo endet Loyalität? Welche Wahrheit ist es wert, die Demokratie in ihren Grundfesten zu erschüttern? Die Doku „Whistleblower – Der Preis der Freiheit“ zeigt, welche Motive Skandal-Enthüller antreiben.

Zwischen Gemeinwohl-Tätigkeit und Denunziantentum

Aktuell sind die Football-Leaks ein großen Thema – die Whistleblower-Konjunktur ist aber vor allem mit dem Namen des ehemaligen CIA-Mitarbeiters Edward Snowden verbunden, der mit seinen Enthüllungen zu geheimdienstlichen Überwachungs- und Spionagetätigkeiten weltweit bekannt wurde. In der Doku berichtet Sarah Harrison, führende Mitarbeiterin von WikiLeaks und Begleiterin von Snowden auf dessen Weg nach Moskau, erstmals so ausführlich im deutschen Fernsehen über den Antrieb, nachhaltige Enthüllungsarbeit zu leisten.

Auch Antoine Deltour, der Steuerdeals zwischen Luxemburg und Großkonzernen öffentlich machte und deshalb als LuxLeaks-Whistleblower bezeichnet wird, äußert sich in dieser Doku zum ersten Mal umfassend. Ebenfalls zu Wort kommen die Journalisten der Süddeutschen Zeitung Bastian Obermayer und Frederik Obermaier, die mit den Panama-Papers die geheimen Daten hunderttausender Briefkastenfirmen aufdeckten.

Auch Brigitte Heinisch schildert in der Doku ihre Situation: Sie machte auf Missstände in Pflegeheimen aufmerksam und wurde dafür fristlos gekündigt – ein Beispiel dafür, dass Whistleblower sich häufig selbst in Gefahr bringen, da Arbeitgeber sie des Verrats beschuldigen. In der Doku sagt Annegret Falter vom Whistleblower-Netzwerk über die Gratwanderung zwischen Gemeinwohl-Tätigkeit und Denunziantentum: „Ein Whistleblower ist kein Denunziant. Ein Whistleblower legt sich an, und ein Denunziant biedert sich an. Der Whistleblower geht ein Risiko ein, der Denunziant geht in der Regel kein Risiko ein. Der Whistleblower handelt im gesellschaftlichen Interesse, der Denunziant handelt zum eigenen Vorteil.“

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