Michael Kessler im Interview

Über das Leben und Lieben im Jahrhunderthaus

Durch die Arbeit an der ZDF-Produktion "Jahrhunderthaus" bekamen die Darsteller der "Musterfamilie Müller" die Möglichkeit sich mit den verschiedenen Epochen intensiv auseinander zu setzen. Redakteurin Anja Greulich befragte Schaupieler und Komiker Michael Kesserler,der den Familienvater Thomas Müller verkörpert, was er bei dieser Zeitreise für Eindrücke gewonnen hat.

ZDF: Im "Jahrhunderthaus" gehen Sie als Thomas Müller auf eine Zeitreise in die 20er, 50er und 70er Jahre. Was hat Sie als Schauspieler und Komiker an dieser Rolle gereizt?

Kessler: Wer mich kennt, weiß, wie gerne ich mich als Schauspieler verwandle und was für ein großer Doku-Fan ich bin. Dass ich in einer Figur durch verschiedene Epochen in verschiedenen Sets mit verschiedenen Kostümen und Masken wandeln darf, war also eine ganz besonders große Freude!

ZDF: Was war Ihr "Lieblingsjahr"?

Kessler: Da will und kann ich mich gar nicht entscheiden. Wenn ich im Besitz einer Zeitmaschine wäre, gäbe es kein Zeitalter, das ich auslassen würde.

ZDF: Warum?

Kessler: Meine Neugier auf die Menschen, ihre Geschichten, Gewohnheiten und Lebensweisen aber auch auf die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse ist einfach zu groß.

ZDF: Was verbinden Sie mit den 20er Jahren?

Kessler: Den deutschen Schlager. Weil er nie wieder so lustig und virtuos war, wie in dieser Zeit.

ZDF: Und mit den 50ern?

Kessler: Die Wirtschaftswunderzeit mit den ersten Bundeswohlstandsbäuchen, Arbeitgeberhüten und den geräumigen Goggomobilen.

ZDF: Was mit den 70ern?

Kessler: Hautenge Schlaghosen, lange Koteletten und waghalsige Föhnfrisuren.

ZDF: Und mit der Gegenwart?

Kessler: Das Highspeed-Zeitalter. Digital überdreht und unüberschaubar komplex.

ZDF: Sie sind Jahrgang 1967. Wie haben Sie Ihre Jugend in den 70ern erlebt?

Kessler: Die Föhnfrisur blieb mir erspart, nicht aber die langen Koteletten und Schlaghosen, in denen ich Wirtschafts- und Ölkrise erlebte und zu Fuß am autofreien Sonntag über die Autobahn spazierte.

ZDF: Was war die überraschendste oder verblüffendste Erkenntnis bei Ihrer Zeitreise in das letzte Jahrhundert?

Kessler: Dass das Leben doch immens bequemer und gesünder wurde.

ZDF: Was war denn aus Ihrer Sicht früher wirklich besser?

Das Leben früher war langsamer und entschleunigter als heute.

Die Fragen stellte Anja Greulich

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