Deutschlands große Clans

Die Geschichten hinter den erfolgreichen Unternehmen

"Familienunternehmen erzielen Rekordumsatz", hieß es jüngst in den Medien. Die 50 größten deutschen Wirtschafts-Dynastien machten 2015 mehr als eine Billion Euro Umsatz. Großfirmen, die noch von Familien geführt werden, stehen auch im 21. Jahrhundert für ein Erfolgsmodell. Vor allem aber sind es die Gründerfiguren, die den Firmen ihren eigenen Stempel aufprägten. Ihr Unternehmergeist, ihre Eigenheiten und der unbedingte Wille, die Zügel in der Hand zu halten, führten ihre Marken zum Welterfolg.

Während viele Konzerne offenbar darunter leiden, dass hochbezahlte Manager kommen und gehen, setzen viele Unternehmer-Clans auf Tradition und Beständigkeit. "Es kann von Vorteil sein, wenn Managerfunktionen mit eigenem Personal bestückt werden können", meint der Wirtschaftshistoriker Prof. Werner Abelshauser (Universität Bielefeld), " weil dann die Vertrauensbasis oder die Gleichheit der Interessen vorausgesetzt werden kann."


Was ist das Geheimnis dieser Familien? Wer steckt hinter den Marken? Ihre Produkte kennt fast jeder, seit Generationen begleiten sie unser tägliches Leben,  seien es der Tchibo-Kaffee, der Vanillepudding von Dr. Oetker, die Gummibärchen von Haribo oder Mode von C&A. Doch wer kennt die Männer und Frauen, die solche Unternehmen aus der Taufe gehoben haben oder heute lenken? Die meisten sind unbekannt. "In Amerika gibt es eine andere Haltung zur Öffentlichkeit. Man steht in ihrer Mitte, man stiftet, man spendet, will die Gesellschaft bewegen", sagen Wirtschaftshistoriker. In Deutschland findet all das mehr im Verborgenen statt. Reich zu sein, stößt auf mehr Kritik. Die meisten Unternehmer stellen ihr Vermögen nicht zur Schau, manche leben bewusst bescheiden, auch aus Überzeugung, aus Sparsamkeit. Es hat auch mit Vorsicht zu tun. Immer wieder wurden Angehörige großer Familienunternehmen Opfer von Entführungen, von krimineller Gewalt.


Vier Firmen, vier Marken

Die vier Firmen-Portraits sollen Einblicke geben, wer sich hinter den bekannten Markennamen verbirgt. Wie gelang es den Gründern, international operierende Wirtschaftsimperien aufzubauen? Welche Visionen, welche Schicksale, welche Leistungen waren der Schlüssel zum Erfolg? Welche persönlichen Opfer verlangte der Aufstieg seinen Protagonisten ab, welche Rückschläge waren zu verzeichnen? Dass die Sorge um das Wohlergehen der Firma oft mehr galt als die um das Schicksal von Familienangehörigen, gehört zu den Schattenseiten vieler Unternehmer-Stories.


Unsere vierteilige Doku-Reihe ist auch eine Zeitreise, die wir – nach dem Vorbild unserer erfolgreichen Dokumentation "Die Aldi-Story" (2014) gestalten – mit teils unbekannten Filmen aus Unternehmensarchiven, mit unverwechselbaren, oft amüsanten Werbespots, mit historischen Archivaufnahmen, szenischen Rekonstruktionen und modernen CGI (Computer Generated Imagery). Historiker, Wirtschaftsexperten und Journalisten ordnen die Geschichte der vier großen Clans ein. Mitglieder der Familien kommen zu Wort, enge Weggefährten, darunter prominente Zeitgenossen, Mitarbeiter und Ehemalige. Sie gewähren Einblicke hinter oft nur scheinbar makellose Fassaden von Unternehmen, die unser Land, unseren Alltag mit prägten und prägen, deren Erben auch künftig zeigen müssen, dass sie in der Lage sind, die Familientradition mit Erfolg weiterzuführen.

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