Die Bernadottes

Eine Herrscherfamilie, die sich dem Wandel der Zeit anpasst

Dokumentation | ZDFzeit - Die Bernadottes

Seit etwa 200 Jahren sitzen sie auf dem Thron und erfreuen sich großer Beliebtheit: Die Bernadottes in Schweden.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.08.2017, 21:40
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Während viele Dynastien auf ihre Krone verzichten mussten, hält sich eine Familie seit etwa zweihundert Jahren sattelfest auf dem Thron: Die Bernadottes in Schweden.

Sie erfreuen sich großer Popularität, auch dank der "Bürgerlichen", die in die Königsfamilie eingeheiratet haben und weithin als Bereicherung empfunden werden: Silvia Sommerlath, Daniel Westling und Sofia Hellqvist. Auch der Gründer der Dynastie war bürgerlich: Jean Baptiste Bernadotte aus dem südfranzösischen Pau. "Tod den Königen", diese Parole soll als Tattoo auf seinem Oberarm geprangt haben, als er während der Französischen Revolution noch die Monarchie bekämpfte. Dass der ungestüme Franzose einst zum König von Schweden auserkoren würde, konnte er nicht ahnen.

Zwanzig Jahre später, als Schwedens Monarchie vor einem Thronfolgeproblem stand und Napoleon in Europa den Ton angab, sah er in Bernadotte eine kluge Wahl für Stockholms Thron. Der Haudegen Napoleons brachte den Schweden den Frieden und begründete die Neutralitätspolitik, die das Land bis heute auszeichnet. Anhand einiger herausragender Biografien – vom bürgerlichen Stammvater bis zu den Nachfahren, die heute im Stockholmer Palast residieren – führt der Film von Julia Melchior durch die wechselvolle Geschichte der Bernadottes. Computeranimationen (CGIs) und Reenactments lassen die wichtigsten historischen Schlüsselmomente wieder lebendig werden.


Bemerkenswerte Persönlichkeiten

Porträtiert wird auch Oskar II., ein Enkel des Stammvaters. Er gilt als der "majestätischste aller schwedischen Könige". Unter ihm wurde das Land weiter demokratisiert und das allgemeine Wahlrecht eingeführt. Das Multitalent Oskar schrieb, dichtete, komponierte. Seine "Osterhymne" ist heute noch in den Kirchen Schwedens zu hören. Für seine Landsleute übersetzte er literarische Werke. Er war ein Mäzen der Künste und Wissenschaften. So überrascht es nicht, dass Alfred Nobel in seinem Testament den Wunsch äußerte, dass die Nobelpreise durch den König zu verleihen seien – eine Tradition, die seither gepflegt wird.

Folke Bernadotte
Folke Bernadotte Quelle: imago

Als Botschafter für den Frieden machte sich Folke Bernadotte, der Groß- und Patenonkel des heutigen Königs Carl Gustaf, einen Namen. Als Vizepräsident des schwedischen Roten Kreuzes verhandelte er mit Heinrich Himmler über die Freilassung von tausenden KZ-Häftlingen. 1948 beriefen ihn die Vereinten Nationen zum ersten UN-Vermittler und entsandten ihn in den Nahen Osten, um in der Palästina-Frage zu einer friedlichen Lösung zu kommen. Wenig später fiel er einem Anschlag jüdischer Terroristen zum Opfer. "Er war auch erste UN-Botschafter, der für die Sache des Friedens starb", erinnert der frühere UN-Generalssekretär Kofi Annan.

Das Leben und Wirken Folke Bernadottes hat Schwedens Kronprinzessin Victoria immer fasziniert. Schon als Studentin befasste sie sich mit Bestrebungen zur Wahrung der Menschenrechte und Lösung internationaler Konflikte. Ihrer Tochter und Thronerbin gab sie den Namen Estelle nach der Frau von Folke Bernadotte, die das humanitäre Lebenswerk ihres Mannes nach seinem Tod fortsetzte. Mit Kronprinzessin Victoria und Tochter Estelle werden eines Tages die ersten Frauen aus der Dynastie der Bernadottes den schwedischen Thron besteigen.

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