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Der große Tchibo-Report

Wie gut sind Kaffee, Klamotten & Co.?

von Daniel Maiterth und Jochen Ruderer

Tchibo verspricht beste Qualität zu günstigen Preisen. Aber was taugen Kaffee, Messer und T-Shirts wirklich? Wie fair arbeitet der Großkonzern? Wie gut ist die Ware für die Umwelt?

43 min
43 min
01.02.2021
01.02.2021
UT
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Video verfügbar bis 31.01.2022

Der Hamburger Händler ist hierzulande Marktführer für Röstkaffee. Doch den großen Erfolg brachte die preiswerte Aktionsware. Kann Tchibo mit der Konkurrenz heute noch mithalten? Funktioniert die Strategie, nachhaltiger zu fertigen? ZDFzeit schaut genauer hin.

Tchibo - eine erfolgreiche Marke seit der Nachkriegszeit. Viele Verbraucher verbinden damit nicht nur röstfrischen Kaffee, sondern auch immer neue Warenwelten und Schnäppchen für den Alltag. Das Sortiment wird stetig erweitert. Es gibt mittlerweile auch Kleidung, Küchengeräte, Spielsachen, Putzartikel und sogar Möbel. Doch auf einem Markt, der mittlerweile von modernen Coffeebars, Discountern und Onlineshops beherrscht wird, gestaltet sich das Geschäft des Handelskonzerns immer schwieriger. Ist der einstige Branchenprimus gut genug, um den Wettkampf gegen die Konkurrenz zu gewinnen?

Wie schneidet Kaffee von Tchibo im Vergleich mit anderen Herstellern ab?

Die Erfolgsgeschichte von Tchibo beginnt 1949. Der Kaufmann Max Herz gründet gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Carl Tchilling-Hiryan in Hamburg eine Firma für Röstkaffee. Aus dem Namen "Tchilling" und dem Wort "Bohne", die Kurzform von "Kaffeebohne", wird der Markenname "Tchibo". Als brillante Geschäftsidee entpuppt sich der Kaffeeversand per Post. Herz führt die Firma schon bald ohne Tchilling weiter. 1955 eröffnet die erste Tchibo-Filiale. Heute erwirtschaftet der Konzern in ganz Europa über 3,1 Milliarden Euro Jahresumsatz und beschäftigt fast 12.000 Mitarbeiter.

ZDFzeit nimmt das Angebot genauer in Augenschein: Kann günstiger Kaffee auch lecker und qualitativ hochwertig sein? Und wer zahlt am Ende den Preis? Werden Kaffeebauern und Arbeiter in den Produktionsländern auch ordentlich bezahlt?

In einer Blindverkostung muss der Tchibo-Espresso gegen seine größten Konkurrenten, Illy und Lavazza, antreten. Zudem testet ein Barista die beliebtesten Filterkaffees. Der Tchibo-Klassiker "Beste Bohne" muss sich mit vergleichbaren Produkten von Jacobs, Melitta und Dallmayr messen. Außerdem durchleuchten Experten Kaffeeproben im Labor.
Wurde möglicherweise an der Kaffeesorte gespart?

Wie sind die Arbeitsbedingungen bei Tchibo-Kaffeeproduzenten?

ZDFzeit-Recherchen, die unter anderem nach Brasilien führen, zeigen: Tchibo pflegt regelmäßigen Kontakt zu den Produzenten und investiert in die Ausbildung vor Ort. Aber das Kaffeegeschäft ist weltweit hart umkämpft, und günstige Preise sind nicht umsonst zu haben. Friedel Hütz-Adams vom Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene e.V. attestiert Tchibo das Bemühen um bessere Bezahlung der Kaffeebauern in den tropischen Produktionsländern. Von existenzsichernden Einkommen und Löhnen sei Tchibo allerdings noch weit entfernt.

Und wie sieht es mit all den anderen Produkten aus, die der Kaffee-Gigant im ständig wechselnden Sortiment anbietet? Stimmt die Qualität im Vergleich zu anderen Anbietern? Kann das Angebot zeitgemäße Ansprüche an Fairness und Umwelt erfüllen?

Wie gut sind die Haushaltsprodukte von Tchibo?

In einem ausschließlich mit Tchibo-Produkten eingerichteten Loft prüfen Laien-Tester einige teils skurrile Produkte aus der umfangreichen Produktpalette. Zwei Köche vergleichen die Küchenmesser von Tchibo mit denen anderer Hersteller, während vier Probanden herausfinden, ob Tchibos Regenjacken auch ohne wasserabweisende Chemikalien ordentlich dicht halten. Wie schneiden andere Marken ab? Die Urteile: durchaus überraschend.

ZDFzeit vertieft die Frage, ob das Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit seinen eigenen Ansprüchen genügt. Wie sind beispielsweise die Arbeitsbedingungen bei Tchibos Zulieferern in Bangladesch? Vor Ort berichten Näherinnen von schwierigen Bedingungen und schlechter Bezahlung. Gisela Burckhardt, die sich im "Bündnis für nachhaltige Textilien" engagiert, konstatiert: "Wir sehen, dass die Bedingungen immer noch nicht gut sind. Wir haben keine fairen Arbeitsbedingungen bisher in Bangladesch."

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