Sie sind hier:

Königliche Dynastien - Die Glücksburger

Eine Erfolgsgeschichte

Doku | ZDFzeit - Königliche Dynastien - Die Glücksburger

Die Erfolgsgeschichte des Hauses Glücksburg, der Aufstieg der einst verarmten deutschen Adelsfamilie auf die Throne von Kopenhagen und Oslo.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 23.08.2018, 08:35
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Wie erklärt sich die Nähe zum Volk, wie die beachtliche Zustimmung zur Dynastie? Der Film zeigt, wie die heutigen Königsfamilien ihr Selbstverständnis noch immer aus dem historischen Erbe schöpfen.

"Nomen est omen", so heißt es. Für die Dynastie der Glücksburger mag dies zutreffen. Im Reich der dänischen Königin Margrethe II. und des norwegischen Königs Harald V. lebt - laut Weltglücksbericht von 2017 - die glücklichste Bevölkerung der Erde. Der deutsche Prinz Christian von Schloss Glücksburg bei Flensburg ist Namensgeber und Stammvater der Dynastie.

Dabei war es ein dynastischer Notfall, der den verarmten Prinzen 1863 als König Christian IX. in den regierenden Hochadel aufsteigen ließ. Als in Kopenhagen Mitte des 19. Jahrhunderts ein Thronfolger fehlte, fiel die Wahl auf ihn, einen Neffen der dänischen Königin. Der Deutsche, der Dänisch nur mit Akzent sprach, war anfangs wenig gelitten in Kopenhagen. Als nur zwei Monate nach seinem Amtsantritt der deutsch-dänische Krieg von 1864 ausbrach, in dessen Folge Dänemark zwei Fünftel seiner Landmasse verlor, musste der König unter Polizeischutz gestellt werden; so groß waren die Anfeindungen gegen ihn aufgrund seiner deutschen Herkunft.

Erst Jahre später gewann der König die Zuneigung der Dänen, auch weil es ihm gelang, seine sechs Kinder an die bedeutendsten Höfe Europas zu verheiraten. Als "Schwiegervater Europas" versammelte er jeden Sommer die Monarchen von England, Russland und Schweden in seinem Schloss zum zwanglosen Beisammensein bei Kartenspiel und Fahrradfahren, rückte damit das im Kräftespiel der Mächte weniger bedeutsame Dänemark in den Fokus Europas.

"Hygge" - "gemütlich" war es damals am Königshof der Dänen. "Ein Familienleben, wo man es sich zusammen gemütlich machte, war etwas ganz Neues damals", erklärt die Königshausexpertin Anna von Lowzow. Sympathisches Vorbild für die Bürger, mit denen die Mitglieder der Königsfamilie auf Augenhöhe verkehrten, und Teil der positiven Ausstrahlung der dänischen Monarchie, die bis heute von der Mehrheit der Dänen befürwortet wird. "Königin Margrethe ist es geglückt, die Nähe zwischen dem Königshaus und der Bevölkerung zu bewahren", erklärt Journalist Thomas Larsen im Interview.

Auch in Norwegen hatten die Glücksburger Fortune. Als das Land 1905 nach der Unabhängigkeit von Schweden einen eigenen Monarchen suchte, erwählte es einen Enkel von König Christian IX. zum König. Als Haakon VII. regierte der Glücksburger Norwegen bis 1957. Der heutige norwegische König Harald V. ist sein Nachfahre.

Die deutsche Herkunft der Dynastie der Glücksburger ist fast vergessen, nicht aber die dunklen Kapitel der jüngeren Geschichte. 1940 besetzte die deutsche Wehrmacht über Nacht Dänemark und Norwegen - "Unternehmen Weserübung". Während Christian X., Enkel von Christian IX., im Land blieb und selbstbewusst an seiner Gewohnheit des täglichen Ausritts durch Kopenhagen festhielt, floh sein Bruder Haakon VII. vor der Übermacht der Deutschen und führte von London aus den Widerstand gegen Nazi-Deutschland an. 1945 wurden beide Monarchen in ihren jeweiligen Ländern als Symbolfiguren nationalen Widerstands geehrt.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Abo beendet

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.