Sie sind hier:

Warum wir hassen

Eine Steven-Spielberg-Produktion

Wir sind fähig zu Liebe und Mitgefühl - aber auch zu Grausamkeit und Hass. Was lässt Menschen ihre Menschlichkeit verlieren? Und können wir unsere zerstörerischen Gefühle zügeln?

Beitragslänge:
42 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.11.2020

In den USA sind die sogenannten "White Supremacists" schon seit Jahren das Gesicht des Terrors - eine wachsende Szene von Neonazis, Skinheads, Antisemiten und Ku-Klux-Klan-Mitgliedern. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 waren rechte Extremisten für dreimal so viele Attentate auf amerikanischem Boden verantwortlich wie Islamisten.

In der von Steven Spielberg produzierten Dokumentation erklärt Konflikt-Forscherin Sasha Havlicek, wie Rassismus, religiöser Eifer oder nationalistischer Wahn entstehen können.

Hass: Extremismus bietet Zugehörigkeit

Das Bild zeigt einen Alt-Right Demonstranten in den USA, wie er einem schwarzen Gegendemonstranten den Mittelfinger zeigt.
Rechtsextremismus ist ein wachsendes Problem in den USA. Ein Alt-Right-Demonstrant zeigt einem schwarzen Gegendemonstranten den Mittelfinger.
Quelle: Getty/Stephanie Keith

In der Dokumentation erzählt Aussteiger Frank Meeink von seiner Radikalisierung. Aufgewachsen in einem rauen Viertel von Philadelphia, ist seine Jugend geprägt von Gewalt - in Elternhaus und Schule. "In mir hat sich so viel Hass aufgestaut", sagt Meeink heute. Der junge Mann findet Anschluss bei einer Gruppe Skinheads, übernimmt deren antisemitische und rassistische Überzeugungen und klettert bald in der Rangordnung nach oben, wird sogar Anführer und Sprecher der Gruppe. Wegen einer Entführung landet er im Gefängnis und nimmt danach zufällig einen Job bei einem jüdischen Antiquitätenhändler an. Es ist der Beginn einer langen Reise - weg vom Hass und am Ende zu sich selbst.

Die Geschichte von Frank Meeink ist ungewöhnlich – und doch typisch für den Verlauf von  Radikalisierungen. Konflikt-Forscherin Sasha Havlicek leitet eine in London ansässige Denkfabrik, die sich mit den Ursachen von Extremismus und Terrorismus beschäftigt. Sie sagt: „Wir neigen dazu, bei solchen Gruppen nur die Gewalt zu sehen. Tatsächlich bieten sie ihren Mitgliedern emotionale Bindung, Zugehörigkeit - und Geborgenheit.“

Extremismus: Radikale Rechte ähneln Islamisten

Auch die Geschichte von Jesse Morton beginnt mit einer schwierigen Kindheit, doch der junge Mann findet Halt im Islam, konvertiert und wird als "Younis Abdullah Mohammed" der erfolgreichste amerikanische Online-Anwerber für Al-Kaida. Er missioniert auf den Straßen New Yorks, verteilt Al-Kaida-Propaganda in der Nähe von Moscheen und rekrutiert neue Anhänger. Auf seiner Website "Revolution Muslim" schürt er Hass und ruft zum Terror gegen Ungläubige auf.

Das Bild zeigt den ehemaligen Islamisten Jesse Morton, wie er auf die Brooklyn Bridge in New York City blickt.
Früher einer der bekanntesten Islamisten der USA, heute ein Kämpfer gegen Extremismus: Jesse Morton hat seine Überzeugungen geändert.
Quelle: Discovery

Vor einer drohenden Verhaftung flieht er nach Marokko, erlebt dort als Englischlehrer den Arabischen Frühling, wird später an die USA ausgeliefert und beginnt allmählich, seine Überzeugungen zu überdenken. Heute sagt er: „In Marokko redete ich viel mit meinen Schülern und mir wurde klar: Diese Menschen wollen etwas, das für mich immer selbstverständlich war: freie Meinungsäußerung, freie Wahlen. Gleichzeitig wurde ich mit ihren anti-amerikanischen Vorurteilen konfrontiert. Alle Amerikaner seien fett und nicht gastfreundlich. Da begann ich zum ersten Mal, die USA zu verteidigen.“

Jesse Morton ist heute ein Kämpfer gegen Extremismus und arbeitet mit Konflikt-Forscherin Sasha Havlicek zusammen. Zwischen radikalen Rechten und radikalen Islamisten erkennen sie viele Gemeinsamkeiten. Sasha Havlicek ist überzeugt: „Beide Gruppen teilen das Narrativ ‘Unser Weg oder kein Weg‘ - es gibt keine Kompromisse. Sie organisieren sich international und haben ein breites ideologisches Spektrum. Ihr oberstes Ziel ist Spaltung - Polarisierung um jeden Preis. Und diese Haltung wird zunehmend populär.“

Doku-Reihe "Warum wir hassen"

Was bringt Menschen dazu, sich hasserfüllten Ideologien anzuschließen und gegen Andersdenkende mit Gewalt vorzugehen? Wie rekrutieren extremistische Bewegungen wie der IS neue Anhänger, und welche Rolle spielt die Sprache von populistischen Politikern bei der Radikalisierung breiter Schichten bis hin zu sogenannten Hassmorden? Die von Steven Spielberg und Alex Gibney produzierte Dokumentation "Warum wir hassen" untersucht eine der ursprünglichsten Emotionen der Menschheit.

Die im ZDF ausgestrahlte Dokumentation ist Bestandteil einer insgesamt sechsteiligen Doku-Reihe, die in ZDFinfo zu sehen ist. Jede Folge geht einem Aspekt des Themas nach: dem evolutionären Ursprung des Hasses, der Wahrnehmung von Anderen als Fremden, der Wirkung von Propaganda, dem Entstehen von Extremismus, der Eskalation bis zum Völkermord und schließlich der Hoffnung auf ein besseres Selbst. "Warum wir hassen" ist ein Panorama der Geschichte des Hasses und seiner Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gesellschaft.

Erst-Sendetermine der Reihe in ZDFinfo
Wann? Was?
Sonntag, 10. November 2019 Teil 1: "Ursprung" um 20.15 Uhr
Sonntag, 10. November 2019 Teil 2: "Fremde" um 21.00 Uhr
Montag, 11. November 2019 Teil 3: "Propaganda" um 20.15 Uhr
Dienstag, 12. November 2019 Teil 4: "Extremismus" um 22.30 Uhr
Mittwoch, 13. November 2019 Teil 5: "Völkermord" um 20.15 Uhr
Montag, 18. November 2019 Teil 6: "Hoffnung" um 20.15 Uhr

Alle Folgen der Reihe "Warum wir hassen"

"Warum wir hassen: Fremde": Zwei Männer halten eine brennende Israel-Flagge und schwenken parallel eine Palästina-Fflagge.

Doku | ZDFinfo Doku - Warum wir hassen (2): Fremde

Psychologin Laurie Santos untersucht, warum wir unsere Welt in "wir" und "sie" teilen.

Videolänge:
40 min
"Warum wir hassen: Extremismus": Zwei junge Männer mit Fackeln in der Hand schreien etwas, im Hintergrund sind weitere Personen und Fackeln zu erkennen.

Doku | ZDFinfo Doku - Warum wir hassen (4): Extremismus

Konflikt-Forscherin Sasha Havlicek erklärt, wie Rassismus, religiöser Eifer oder nationalistischer Wahn …

Videolänge:
40 min
"Warum wir hassen: Völkermord": Eine Ansammlung von Schädeln in einer der Gedenkstätten "Killing Fields" in Kambodscha.

Doku | ZDFinfo Doku - Warum wir hassen (5): Völkermord

Juristin Patricia Viseur Sellers untersucht die Rollen der Anführer sowie die der Mittäter und Mitläufer bei …

Videolänge:
40 min
Warum wir hassen: Hoffnung": Eine weinende Frau umarmt eine andere bei einer Friedensdemonstration.

Doku | ZDFinfo Doku - Warum wir hassen (6): Hoffnung

Kritisches Denken, Dialog und Empathie als Schlichter. Neurowissenschaftler Emile Bruneau zeigt Strategien.

Verfügbar ab:
Mo, 20:15 Uhr
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.