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Wo leben Familien am besten?

Die große Deutschland-Studie

Rund elf Millionen Familien mit Kindern leben in Deutschland. Wo aber geht's ihnen am besten? In der Stadt oder auf dem Land? In Nord oder Süd? Eine exklusive Studie liefert Antworten.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.01.2021

Ob bezahlbare Mieten, Kinderarztdichte, Betreuungsangebote oder Armut bei Kindern – das Prognos-Institut hat für ZDFzeit alle 401 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland unter die Lupe genommen. Ein Ergebnis: Regionen im Umland von Großstädten schneiden besonders gut ab.

Familie Lolischkies ist gerade von Berlin in ihr neues Eigenheim im brandenburgischen Bad Saarow umgezogen. Denn hier in der Provinz findet sie etwas, das ihr Familienleben entscheidend verbessert: Ein Betreuungsangebot, das sich nach ihren Bedürfnissen richtet. Vater Arne Lolischkies (39) ist Chirurg an der örtlichen Klinik. Und die betreibt für ihre Mitarbeiter eine der wenigen 24-Stunden-Kitas Deutschlands, damit Ärzte und Pflegekräfte Schichtdienst und Familie besser unter einen Hut bekommen.

Väter gehen seltener in Elternzeit

Jenniffer Ehry-Gissel aus Mainz hat für ihre Familie eine andere Lösung gefunden: Sie ist Selbstbetreuerin. Ihre beiden Söhne Finn (2) und Emil (5) werden bis zum Schulanfang nicht in die Kita gehen. Das macht sie auch deshalb, weil sie die Zeit mit ihren Kindern so intensiv wie möglich verbringen will. Damit ist die Mainzerin eine Ausnahme: Bundesweit sind 93 Prozent der Kinder zwischen drei und fünf Jahren in einer Kindertagesbetreuung. Jenniffer Ehry-Gissel nimmt nun lange Elternzeit und wird erst in einigen Jahren in ihren Bürojob zurückkehren.

Der Vater geht arbeiten, die Mutter kümmert sich in den ersten Lebensjahren um die Kinder. Ein Rollenmodell, das in Deutschland noch immer weitverbreitet ist: Dabei hat der Gesetzgeber schon vor einigen Jahren Anreize für Väter geschaffen, sich stärker einzubringen. Mehr als ein Jahr lang zahlt der Staat Elterngeld als Ersatz für den Verdienstausfall. Die Deutschland-Studie zeigt, wie groß die regionalen Unterschiede dabei sind. So beziehen im Landkreis Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) Väter im Schnitt 4,7 Monate Elterngeld, im Landkreis Hildburghausen (Thüringen) dagegen nur 2,3 Monate. Mütter beziehen im Schnitt rund 14 Monate Elterngeld. Laut einer repräsentativen ZDF-Umfrage sind 67 Prozent der Deutschen der Meinung, dass Väter länger Elternzeit nehmen sollten.

Stadt oder Land?

Martin Funk aus Rottweil in Baden-Württemberg geht mit gutem Beispiel voran. Bei jedem seiner vier Kinder (3, 6, 9 und 11 Jahre) hat der gelernte Schreiner Elternzeit genommen und dafür Elterngeld bekommen. Insgesamt fast zwei Jahre war Martin Funk nicht am Arbeitsplatz, obwohl er inzwischen sogar eine Leitungsfunktion hat. Für seinen Chef Hermann Klos kein Problem: "Das gehört zu unserer Unternehmensphilosophie. Wir sind da als Handwerksbetrieb Vorreiter, da sonst eher große Firmen und Behörden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf pflegen."

Wenn es um die Frage geht, wo Kinder besser aufwachsen, ist eine deutliche Mehrheit der Deutschen überzeugt: auf dem Land. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage für die Sendung ZDFzeit. Demnach sind 78 Prozent der Deutschen der Meinung, dass ein Leben auf dem Land für Kinder vorteilhaft ist. Nur 10 Prozent halten die Stadt für den besseren Ort.

Wenig Platz, hohe Mieten

Familie Häusser aus Frankfurt am Main lebt zu viert auf 80 Quadratmetern. Für die Wohnung zahlen sie 1300 Euro warm. Eigentlich brauchen sie mehr Platz, aber eine größere Wohnung ist für sie kaum bezahlbar. Ausnahme oder Normalität? Die Deutschland-Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos im Auftrag von ZDFzeit hat das durchschnittliche Familieneinkommen in Deutschland ins Verhältnis zu den Mietausgaben gesetzt. Ergebnis: Durchschnittlich 39 Prozent ihres Nettoeinkommens müssen Familien wie die Häussers in Frankfurt ausgeben, wenn sie heute in eine neue Wohnung ziehen. Noch mehr ist es nur in Freiburg (42 Prozent) und in München (43 Prozent).

Die Studie liefert aber auch Erkenntnisse, wo das Wohnen verhältnismäßig günstig ist. Familie Häusser wagt das Experiment: Sie zieht für eine Woche rund 50 Kilometer vor die Tore Frankfurts, in den Ort Dornau im Landkreis Miltenberg. Dort beträgt die Miete nur rund 23 Prozent des Nettoeinkommens. Aber wie ist die Lebensqualität? Am Ende müssen sich die Häussers entscheiden: Stadt oder Land?

Die neue Deutschland-Studie für Familien kommt zu dem Ergebnis: Nahezu überall in Deutschland gibt es Kreise und Städte, in denen Familien gut wohnen können.

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