Abgefüllt und aufgetischt

Wie gut ist unser Mineralwasser?

134 Liter Mineralwasser hat jeder Deutsche im vergangenen Jahr durchschnittlich getrunken.1980 lag der Durchschnitt bei gerade einmal 40 Litern pro Kopf. Neben bestimmten Markenprodukten werden immer mehr Mineralwässer bei Discountern gekauft.

In der "ZDFzoom"-Ausgabe "Abgefüllt und aufgetischt – Wie gut ist unser Mineralwasser?" blicken die Autoren Annette Heinrich, Christian Hestermann und Christoph Caron hinter die Kulissen eines stark konkurrierenden und lukrativen Wirtschaftsektors.

Immer wieder Schadstoffe

Seit einigen Jahren entdecken Experten in Testreihen immer wieder Schadstoffe und Verunreinigungen in der Wasserflasche. Qualitätskontrollen von staatlicher Seite finden bei Mineralwässern nur stichprobenartig statt. Und die "deutsche Mineral- und Tafelwasserverordnung" enthält für einige Stoffe zum Teil keine Regelungen.

Die Autoren von "ZDFzoom" haben sich auf Spurensuche begeben und 20 Mineralwässer prüfen lassen. Drei beauftragte Labore untersuchten die Wässer auf Uran, Keime und Pestizidmetabolite – Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Für "ZDFzoom" wurde mit einem neuartigen Analyseverfahren auf künstliche Süßstoffe getestet, da diese trotz Kläranlagen auch aus menschlichen Abwässern in Mineralwasser gelangen können.

Die Testergebnisse waren deutlich: Fast alle der untersuchten Wässer enthalten Schadstoffe oder Verunreinigungen. Eines der getesteten Mineralwässer überschreitet den Grenzwert für Uran bei Säuglingswässern sogar um das Sechsfache. Mit dem Ergebnis konfrontiert kündigte ein Hersteller weitere eigene Untersuchungen an. In einem Mineralwasser fanden die Labore Rückstände von zehn verschiedenen Pestizidmetaboliten. Gegenüber den für diesen Hersteller zuständigen Überwachungsbehörden in Nordrhein-Westfalen erklärte der Abfüller, er plane freiwillig die Stilllegung der betroffenen Brunnen.

Verordnung veraltet?

Generell halten einige Landesverbraucherschutzministerien die Mineral- und Tafelwasserverordnung für veraltet. Das Land Nordrhein-Westfalen sieht Handlungsbedarf und erklärt, Grenzwerte für vom Menschen gemachte Verunreinigungen in Mineralwässern seien "dringend notwendig".

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