Chronologie des Falls Kachelmann

Wichtige Stationen im Prozess gegen den Wettermoderator

Fast neun Monaten dauert der Prozess gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann bereits. Eine ehemalige Freundin wirft dem 52-Jährigen vor, er habe sie nach einem Beziehungsstreit mit einem Messer bedroht und vergewaltigt. Kachelmann bestreitet dies.


6. September: Wenige Minuten nach Beginn wird der Prozess am Landgericht Mannheim vertagt. Kachelmanns Anwälte stellen Befangenheitsanträge gegen zwei Richter, die später zurückgewiesen werden.


13. September: Laut Anklage soll Kachelmann seine damals 37-jährige Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt haben. Kachelmann sagt bis auf seine Personalien nichts. Dabei bleibt es während des ganzen Verfahrens.



15. September: Der Notruf des mutmaßlichen Opfers wird vorgespielt. Als erster Zeuge tritt der ermittelnde Kripo-Beamte auf. Ein Kriminaltechniker schildert die Spurensicherung am Tatort.


29. September: Polizistinnen schildern, wie es der Frau während der Vernehmungen ging. Sie zweifeln nicht an ihrer Glaubwürdigkeit.


4. Oktober: Der Vater der Frau und eine Ex-Freundin Kachelmanns sagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.


27. Oktober: Nach insgesamt mehr als 20 Stunden wird die Vernehmung der ehemaligen Geliebten abgeschlossen.


10. November: Es kommt zu einer heftigen Auseinandersetzung um die Rolle der Medien. Anlass ist ein Exklusiv-Vertrag, den eine Zeugin vor ihrer Vernehmung mit einer Illustrierten abgeschlossen hat.


29. November: Kachelmann wechselt überraschend seine Verteidiger - Reinhard Birkenstock und Klaus Schroth beenden das Mandat, es übernimmt der Hamburger Strafverteidiger Johann Schwenn.


8. Dezember: Schwenn beantragt, die Redaktionen der Zeitschriften "Bunte" und "Focus" durchsuchen zu lassen. Er wirft den Blättern vor, sie wollten mit "gekauften Zeuginnen" den Prozess beeinflussen.


13. Dezember: Der Münsteraner Rechtsmediziner Bernd Brinkmann wird als Zeuge gehört. Die Frau könnte sich die Blutergüsse an den Beinen selbst zugefügt haben, legen seine Untersuchungen nahe.


20. Dezember: Ein Experte des Landeskriminalamts wird zu den Ergebnissen der genetischen Untersuchungen vernommen. Die DNA-Spuren am Griff des Messers lassen sich nicht eindeutig zuordnen. Weder an der Spitze noch am Rücken der Klinge sind DNA-Spuren nachweisbar.



9. Februar: Weitere rechtsmedizinische Ergebnisse sprechen eher für Kachelmann: Nach Ansicht zweier Gutachter könnte sich Kachelmanns frühere Geliebte die Verletzungen selbst zugefügt haben.


31. März: Staatsanwälte berichten, die Frau habe die Ermittler zunächst belogen: Sie habe erst am Tattag aus einem anonymen Schreiben erfahren, dass Kachelmann eine Beziehung zu einer anderen Frau habe. Computerdaten ergaben jedoch ein anderes Bild. Am Tatverdacht ändert das laut Staatsanwaltschaft aber nichts.


18. Mai: Plädoyer: Die Staatsanwaltschaft hält am Vorwurf der Vergewaltigung fest. Die Aussagen der 38-jährigen Ex-Geliebten hätten einen "hohen Erlebnisbezug".


24. Mai: Die Verteidigung plädiert auf Freispruch. Sie bestreitet die Tat und bezeichnet die Aussagen der ehemaligen Freundin als Lügen und die vermeintlichen Indizien als völlig unzureichend bzw. falsch.

Das Urteil soll wahrscheinlich am 31. Mai verkündet werden.

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