Der Piraten-Hype

In Echtzeit beobachten

Kopfüber ins Getümmel - selten trifft das so sehr zu wie auf die Protagonisten der Piratenpartei und unsere Arbeit für diesen Film. Und nicht nur das. Das Getümmel nimmt sogar zu.

Ein Beispiel: Zu Beginn steht eine weitere Landtagswahl auf dem Plan. Doch plötzlich werden daraus drei. Und was machen die Piraten? Sie erobern ein Parlament nach dem nächsten und unterziehen ihren unkonventionellen Politikstil einem Realitätstest. All das begleitet von einem permanenten Medien-Rummel, in dem wir noch eigene Geschichten erzählen wollen.

Zu Beginn der Beobachtung der Piratenpartei vor acht Monaten war klar, dass die nicht nach herkömmlichen Mustern tickt und darum auch anders beobachtet werden muss. Nur wie? Die Piraten haben dank des Internets ihre eigene Medienöffentlichkeit. Vielen Parteimitgliedern ist es bis heute egal, was über sie berichtet wird. Ihre erstaunlich guten Umfragewerte bestätigten die Piraten in ihrer Haltung. Selbst Negativ-Schlagzeilen können den schon lange stetig steigenden Umfragenwerten der Piraten nichts anhaben. Der Zulauf neuer Mitglieder bestätigt den Trend.

Ad-hoc drehen

Wir begeben und also in die Medienwelt der Piraten. Genau das hat den Vorteil, in Echtzeit beobachten zu können, was die Abgeordneten und die Partei umtreibt. Das bedeutete aber auch Online-Beobachtung über den ganzen Tag. Daraus ergeben sich dann Interviewtermine mit unseren Protagonisten.

Doch wie drehen wir mit den Piraten? Viele Optionen ergeben sich aufgrund der Echtzeit-Beobachtung ad-hoc. Als Der Spiegel die Vorabmeldung zum NSDAP-Vergleich des Berliner Abgeordneten Martin Delius am Sonntag den 22. April veröffentlichte, sehen wir via Twitter, wie auf ihn ein Shitstorm niedergeht. Wir kontaktieren ihn noch am gleichen Tag über diesen Netzdienst und holen ihn exklusiv vom Zug ab, befragen ihn. Im Anschluss schneiden wir ein Interview und haben das binnen einer halben Stunde im Netz.

TV und Online

Aus diesem Setting heraus ergeben sich über die Monate Berichte für verschiedene ZDF-Formate – TV UND Online. Die Beobachtung wird über die Zeit crossmedial ausgewertet. Und es entsteht diese 30-minütige Dokumentation: "Der Piraten-Hype – Geht Politik auch anders?" Für diesen Film kehren wir mit einer Protagonistin, der Neu-Piratin Sonja Zeltner-Müller, dorthin zurück, wo wir am Anfang standen: Mit großen Augen und kritischem Blick diese Politnovizen dabei zu beobachten, wie sie Parlamente erobern und nun auch für den Bundestag planen. Das werden wir weiter in Echtzeit beobachten.

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