Der Schwarze Mann

Die Jagd nach dem Kindermörder von Dennis

Es ist ein beispielloser Fall in der deutschen Kriminalgeschichte. Über Jahre jagen Fahnder und Profiler einen Kindermörder - ein Phantom. Vom "Schwarzen Mann" ist bald die Rede, weil er bei seinen Taten eine schwarze Maske trägt. Seine Opfer: kleine Jungen, getötet oder missbraucht in Zeltlagern, Schullandheimen oder sogar zuhause in ihren Kinderzimmern.

Pressekonferenz
Pressekonferenz Quelle: dpa

Im Februar 1992 dringt ein maskierter Mann nachts bei Bremen in das Schullandheim Hepstedt ein und versucht, sich an schlafenden Jungen zu vergehen. Hier beginnt der Serienmörder Martin N. mit seinen Verbrechen, die er 19 Jahre lang unentdeckt verüben kann. Ende März 1992 verschwindet der 13-jährige Schüler Stefan Jahr aus der Eichenschule in Scheeßel. Vier Wochen später finden Ermittler seine Leiche im Stadtwald von Verden.

Stefan ist das bisher erste bekannte Mordopfer des Maskenmannes. Von nun an wird alle drei Jahre ein Junge sterben. Doch erst 2001, nach dem Mord an Dennis Klein, gelingt es der Polizei, einen Zusammenhang zwischen den Taten herzustellen - die "Soko Dennis" wird gegründet.

Flugblatt - Mordfall Dennis
Flugblatt - Mordfall Dennis Quelle: dpa

Polizei tappt im Dunkeln

Doch bis August 2010 tappt die Polizei bei ihren Ermittlungen weiter im Dunkeln. Das ändert sich erst, als sich ein Zeuge meldet, der durch eine TV-Reportage auf den Mordfall Dennis Klein aufmerksam geworden ist. Der Zeuge will den Jungen nach dessen Verschwinden lebend in einem Pkw gesehen haben, an der Seite eines dunkel gekleideten Mannes, den der Zeuge genau beschreiben kann.

Mit dieser Spur gehen die Ermittler an die Öffentlichkeit. Ein weiterer Zeuge meldet sich. Er selbst hatte als Junge Kontakt zu einem Mann, auf den die Beschreibung zutreffen könnte. Jahrelang hatte er die Erinnerung aus seiner Kindheit verdrängt. Diese Hinweise führen die Ermittler tatsächlich auf die Spur des Serientäters, der auch Dennis Klein ermordet hat.

Viele Fragen offen

Doch selbst als der lang gesuchte "Schwarze Mann" endlich gefasst ist und ein Geständnis abgelegt hat, bleiben viele Fragen offen. Die Ermittler untersuchen derzeit noch mindestens zwei weitere Tötungsdelikte - einen in Frankreich (2004) und einen in den Niederlanden (1998) - , die Martin N. in den Vernehmungen bislang bestritten hat. Die Ermittlungen in diesen Fällen laufen derzeit weiter. Wegen der bisher nachgewiesenen Mord- und Missbrauchsfälle muss sich der "Schwarze Mann" ab Oktober vor Gericht verantworten.

Unmittelbar vor Prozessbeginn gehen die "ZDFzoom"-Autoren Stefan Aust und Daniel Hartung der Frage nach, wie Martin N. so lange unentdeckt bleiben konnte. Die Autoren sprechen mit Ermittlern, die zum Teil jahrelang mit dem Fall befasst waren, mit Missbrauchsopfern und mit Hinterbliebenen der Opfer.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet