Die Loveparade und die Wahrheit

Vom mühsamen Kampf um Gerechtigkeit

"Die Katastrophe nach der Katastrophe" nennt Rechtsanwalt Julius Reiter das, was Opfer und Betroffene der Loveparade-Katastrophe bis heute erleben. Viele von ihnen werden nie mehr ein ganz normales Leben führen. Sie sind traumatisiert, arbeitslos, müssen von Frührente leben. Alle Lebenspläne gelten nicht mehr. Zukunft ist nicht planbar. Junge Menschen haben den Ausbildungsplatz verloren und ihre Lebensperspektive.

Die Stadt Duisburg hat bis heute kein Zeichen der Anteilnahme gezeigt. Der Veranstalter Rainer Schaller wandte sich mit abgelesenen Statements per Fernsehen an die Opfer - nach sieben Monaten. Die Opfer wollen die Wahrheit erfahren, wollen wissen, was passiert ist und warum.

Das große Schweigen

Aber die Stadt Duisburg, das Land Nordrhein-Westfalen, das für den Polizeieinsatz verantwortlich ist und der Veranstalter: Sie alle mauern und schweigen, geben nur das zu, was öffentlich wird. Fast ein Jahr danach schieben sie sich weiterhin gegenseitig die Schuld an der Tragödie zu. Dabei zeigt der Bericht der Staatsanwaltschaft, dass alle drei Verantwortung tragen, 16 Beschuldigte sind benannt. Dokumente zeigen klar, was passiert ist. Der Versuch einiger Landtagsabgeordneter, in einem Untersuchungsausschuss der Wahrheit näher zu kommen, fand bis heute keine Mehrheit.

Viele Opfer und Betroffene wollen nur noch eins: Eine angemessene Entschädigung. Doch selbst das wird möglicherweise noch lange dauern. ZDFzoom hat ein Jahr nach der Tragödie Betroffene gesprochen und mit Experten die Katastrophe vom 24. Juli 2010 noch einmal unter die Lupe genommen. Der Film zeigt den schwierigen Umgang mit der Wahrheitsfindung und den mühsamen Kampf um Gerechtigkeit.

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