Hopfen und Malz verloren!

Wie gut ist Deutschlands Bier wirklich?

Auf die Fußball-EM freuen sich nicht nur Fans, sondern vor allem auch Deutschlands Bierbrauer. Wenn sich im Juni die Menschen in den Biergärten zum Public Viewing versammeln, steigt der Bierdurst traditionell auf Rekordniveau. Während die Leistungen der Nationalmannschaft in der Vergangenheit schwankten, sind sich die Deutschen beim Thema Bier einig: Deutsches Bier ist das Beste der Welt! Doch bei allem Selbstbewusstsein, irgendetwas stimmt nicht mit unserem geliebten Gerstensaft.

Nimmt man die Gasthausbrauereien aus, hat sich seit der Wiedervereinigung die Zahl der Braustätten um fast ein Drittel verringert. Pro Jahr trinken die Deutschen nur noch zirka 100 Liter Bier, vor 20 Jahren waren es noch 35 Liter mehr. Schmeckt den Deutschen ihr Bier plötzlich nicht mehr so richtig?
"Die Wahrheit ist, dass sich vor allem die jungen Leute in Deutschland gelangweilt vom Bier abwenden", erzählt der US-amerikanische Bierbuch-Autor Christian DiBenedetti. Im Glauben, das eigene Bier sei ohnehin unfehlbar, arbeite man in Deutschland hauptsächlich daran, Arbeitsschritte weiter zu automatisieren, statt neues Bier zu kreieren, das den Leuten wieder schmeckt. "Bei aller Tradition: Das deutsche Bier braucht eine Frischzellenkur."

Bier-WM

Beim World Beer Cup, dem wohl wichtigsten Bierwettbewerb, verloren die Deutschen sogar bei den Sorten, von denen man dachte, sie würden woanders gar nicht gebraut: beim Märzen, beim Schwarzbier, bei Bock und Doppel-Bock, sogar bei Weizen, Kölsch, Alt und Pils. Zur Fußball-EM findet nun auch die Neuauflage der Bier-WM statt. Können die deutschen Brauereien die Schmach von 2010 ausmerzen, oder stimmt mit unserem Bier etwas grundsätzlich nicht?
ZDF-Reporter Jo Schück hat Braumeister und Braumanager, Biertrinker und Bierprüfer getroffen um herauszufinden, wie es wirklich um ein Kulturgut bestellt ist, das für die deutsche Identität mindestens so wichtig ist wie ihre Fußball-Nationalmannschaft.

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