Kollegen dritter Klasse

Der Trick mit dem Werkvertrag

Ob Arbeiter in der Automobilindustrie, Regaleinräumer im Supermarkt oder Putzfrau im Krankenhaus – viele von ihnen haben Werkverträge. In der „ZDFzoom“-Dokumentation „Kollegen dritter Klasse – der Trick mit dem Werkvertrag“ beleuchtet Autor Christian Bock am Mittwoch, 30. Juli 2014, 23.00 Uhr, das zunehmend größer werdende Phänomen der Werkverträge in der Arbeitswelt. Mit Betroffenen, Arbeitgebern und Gewerkschaftern spricht er über das Geschäft mit den Billig-Arbeitskräften.

Der Fall von Heidemarie M.ist klassisch im System der Billiglöhner: Zwei Jahre lang war sie in ihrer Gemeinde angestellt, bekam als Putzfrau Tariflohn. Dann lief ihr Vertrag aus, die Arbeitsagentur bot ihr im Anschluss einen neuen Job: bei einer so genannten Servicegesellschaft mit Werkvertrag. Für weniger Geld putzte sie nun in der örtlichen Klinik.

Ausweg möglich?

Doch manchmal gelingt es, aus der Billiglohn-Konstruktion zu entkommen. In der schwäbischen Kleinstadt wehrten sich Putzkräfte der Klinik verbissen gegen die andauernde Ausgliederung in eine Servicegesellschaft. Die zuständige Staatsanwaltschaft wurde aufmerksam und ermittelt nun gegen das Krankenhaus.

Mittlerweile ist auch der Politik die Brisanz des Themas klar geworden. In der Koalitionsvereinbarung der Großen Koalition heißt es sinngemäß: „ Rechtswidrige Vertragskonstruktionen bei Werkverträgen zulasten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern müssen verhindert werden “. Dass das leicht gesagt, aber vermutlich sehr schwer getan ist, zeigt „ZDFzoom“ anhand undercover gedrehter Selbsttests in verschiedenen Branchen.


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