Jedes zweite Supermarkt-Hähnchen belastet

Wie gefährlich sind resistente Keime?

In jedem zweiten Supermarkt-Hähnchen haben Tierschützer antibiotikaresistente Keime entdeckt. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Frühchen in Krankenhäusern an solchen Keimen gestorben waren. Zufall?

Hühnchen im Hühnerstall
Hühnchen im Hühnerstall Quelle: dapd

Anfang dieses Jahres schreckte der BUND Verbraucher mit der Meldung auf, dass "Hähnchenfleisch aus deutschen Supermärkten und Discountern zu großen Teilen mit antibiotikaresistenten Keimen belastet ist".

Erste Belege für Gefahr

"ZDFzoom"-Autor Torsten Mehltretter geht in seinem Film "Tödliche Keime aus der Massentierhaltung" der Frage nach, ob es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen Massentierhaltung und Todesfällen in Krankenhäusern gibt. Bisher hatte man immer angenommen, dass sich diese resistenten Bakterien im menschlichen Körper bilden, weil zu häufig Antibiotika in der Humanmedizin verschrieben wurden. Doch schon im vergangenen Jahr hat die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit vor Keimen aus der Tiermast gewarnt und ausdrücklich eine Gefahr für den Menschen durch ESBL-bildende Bakterien festgestellt. Darmkeime also, die die Eigenschaft haben, Penicilline zu zerstören.

Mindestens vier Babys gestorben

Das Robert-Koch-Institut hat das Auftauwasser von Tiefkühlgeflügel auf diese Keime untersucht. Das Ergebnis war erschreckend. In 90 Prozent der Proben wurden Bakterien gefunden. Und es scheint, als würden sich die Keime aus der Tiermast ungehindert ausbreiten.

Sie wüten in deutschen Kliniken. Auf mehreren Frühchenstationen gab es verheerende Krankheitsausbrüche. In Passau und Bremen starben mindestens vier Babys an Krankheiten, die durch die gefährlichen Darmkeime ausgelöst wurden. Wissenschaftler in Europa sind alarmiert. Wenn Antibiotika nichts mehr ausrichten, sind auch Ärzte machtlos.

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