Nachgezoomt

Was aus unseren Geschichten wurde

Vor gut einem Jahr war die Inderin Kousalya  am Ende. Ihre Herzklappe hatte sich entzündet, vermutlich durch eine verschleppte Fieberinfektion. Kousalya hatte fast vier Jahre lang in Südindien Zwangsarbeit in einer Spinnerei verrichtet. Sie wurde wie eine Sklavin gehalten, produzierte Baumwolle für die Kleidung, die in Deutschland tagtäglich zu Dumpingpreisen angeboten wird. Nachdem ZDFzoom über ihr Schicksal berichtet hatte, meldeten sich viele Zuschauer, um der jungen Frau zu helfen, eine Operation zu ermöglichen. Doch das war nicht die einzige Hilfe: In der Sonderausgabe von ZDFzoom erzählen wir unter anderem, wie auch ihre Familie unterstützt wurde und welche neuen Entwicklungen es für die jungen Textilarbeiterinnern insgesamt gibt.

Beeindruckt war die Zoom-Redaktion von der Wirkung eines anderen Films: In „Die Fukushima-Lüge“ von Asien-Korrespondent Johannes Hano wurden die skandalösen Vorgänge rund um das Atomkraftwerk von Fukushima detailreich belegt. Der Film machte deutlich, dass ein Geflecht aus Vertuschung, Herunterspielen von Risiken und der Verzicht auf nötige Sicherheitsmaßnahmen der Katastrophe von Fukushima vorausgegangen sei. Die Dokumentation erfuhr in Japan große Beachtung. Ins Japanische übersetzt wird der Film auch heute noch häufig bei Diskussionsveranstaltungen gezeigt. Fast zwei Jahre nach der Katastrophe fragen wir: Was hat sich am Verständnis der Japaner in Bezug auf die Atomenergie geändert?

ZDFzoom hat auch über die Folgen des Palmöl-Exports berichtet. Ali Badri, ein Bauer in Indonesien, wurde durch einen Großplantagenbesitzer von seinem Land vertrieben. Nach langem zähem Kampf hat er mittlerweile eine Entschädigung bekommen. Die Autoren besuchen den Mann noch einmal und erfahren, wie er sich mit einer Öko-Palmöl-Plantage eine neue Existenz aufbauen will.


Das sind nur drei der sehr unterschiedlichen Geschichten, die in der Doku-Reihe ZDFzoom in den letzten zweieinhalb Jahren ausstrahlt wurden. In der 100. Sendung, am 8. Januar 2014, will die Redaktion in einer Sonderausgabe zeigen, dass viele der Filme in dieser Sendereihe etwas bewirken konnten. Die Autoren reisen noch einmal an die Schauplätze der Geschichten und dokumentieren neue Entwicklungen. Nachhaltigkeit und Relevanz sind von Beginn an wichtige Faktoren für das Dokumentationsformat. An Themen dranbleiben, nachhaken und weitere Entwicklungen beobachten, das hat ZDFzoom schon mehrfach gezeigt. Dank zahlreicher Zuschauerhinweise und Informationen konnten so Filme über Missstände und Ungerechtigkeiten produziert werden. Viele Zuschauer fragten aber auch: was ist aus den Geschichten geworden?

Was hat sich verändert?

Deshalb schauen die Autoren von ZDFzoom zum Jahresbeginn auf Themen, die die Redaktion besonders bewegt haben und die exemplarisch für die Sendereihe sind. „Nachgezoomt“ – Was wurde aus unseren Geschichten? Was hat sich verändert? Was ist passiert?

An ausgewählten Beispielen zeigen wir: Gibt es Veränderungen beim Palmöl-Export? Was hat sich bei den teuren Trinkwasserpreisen in einer hessischen Gemeinde getan? Ein Film über „Piloten am Limit“ und längeren Flugdienstzeiten hatte für Aufregung bei der EU-Kommission gesorgt. Mit welchen Auswirkungen?
Die ZDFzoom-Autoren des Films „Mister Karstadt – Der rätselhafte Nicolas Berggruen“ wollten damals, so wie auch die Mitarbeiter der Kaufhauskette, wissen: welche Ziele verfolgt der Milliardär Nicolas Berggruen wirklich? Jetzt, eineinhalb Jahre nach Ausstrahlung des Beitrags, gibt es neue Antworten.

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