Nur kaufen, was man versteht

Tipps für eine gute Bankberatung

Experten schätzen, dass Anleger jedes Jahr 40 Milliarden durch Falschberatung verlieren. Und es kann jeden treffen. Denn jeder hat ein Konto, will irgendwann Geld anlegen oder die Altersvorsorge aufbauen. ZDFzoom-Autorin Ute Waffenschmidt gibt Tipps für eine gute Bankberatung.

30.000 Euro verloren oder gleich das ganze Haus? Das sind bittere Erfahrungen, die Kunden machten mussten, die den Empfehlungen ihrer Finanzberater folgten. Empfehlungen, die vor allem hohe Provisionen in die Kassen der Verkäufer spülten und wenig Sinn für die Anleger machten, ja ihnen sogar schadeten.

Problem Provisionen

Provisionen gelten als Kern des Problems und sind in einigen Ländern inzwischen verboten. Denn ein Beratungsystem, das mit Provisionen belohnt wird, fordert die Geldhäuser ja geradezu heraus, immer neue Produkte anzupreisen, mit denen man Umsatz machen kann. Experten schätzen, dass Anleger jedes Jahr 40 Milliarden durch Falschberatung verlieren. Die kann jeden treffen, denn jeder hat ein Konto, will irgendwann Geld anlegen oder die Altersvorsorge aufbauen. Intern sprechen Berater oft zynisch von "a+d-Kunden", alt und doof. Alte Menschen haben oft einiges gespart und vertrauen dem Berater.

Junge Menschen wollen die Zukunft absichern und bekommen schlechte Produkte empfohlen. Banken schlugen unseren Testkäufern zum Beispiel Fondsrenten vor.
Verbraucherschützer kritisieren, dass dabei die Kosten viel zu hoch sind. Es fallen mehrfach Provisionen an - für die Versicherung und den Fonds. Das alles schmälert die Rendite. Oft ist nur der eingezahlte Betrag garantiert. Das gibt nach 40 Jahren ein böses Erwachen. Darauf kann man keine Altersvorsorge aufbauen.

Wie kann man sich schützen?

• Wenn Sie zum Beratungsgespräch gehen, überlegen Sie sich vorher genau, was sie wollen und was auf keinen Fall. Es kann sinnvoll sein, Geld in eine unabhängige Beratung bei der Verbraucherzentrale zu investieren, um vor allem bei langfristigen Anlagen nicht in die Kostenfalle zu tappen.
• Gehen Sie am Besten zu zweit zur Beratung. Zwei verstehen mehr als einer. Können sich im Streitfall bezeugen, was das Ziel der Beratung war.
• Überstürzen Sie nichts. Niemand ist gezwungen, sofort etwas zu unterschreiben. Lieber noch mal drüber nachdenken, woanders Rat einholen.
• Und ganz wichtig: Nur das kaufen, was man selber wirklich versteht.
• Im Beratungsprotokoll müssen Beratungsinhalte, Ziele und Kenntnis des Käufers dokumentiert siein. Das Protokoll muss der Banker unterschreiben und KEINESFALLS der Kunde. Das aber verlangen manche Banken. Im Streitfall sagen sie dann: Der Kunde hat ja alles gewusst und gewollt.

• Wenn das Telefon klingelt: Sofort auflegen! Da geht es meistens nur um's reine Verkaufen.
• Vertrauen ist gut, aber kein guter Berater bei Bankgeschäften.


Wie kann man sich wehren?

Tatsache ist: In Deutschland hat der Bankkunde keine starke Position. Zwar gibt es ein kostenfreies Ombudsverfahren der Banken, Sparkassen und Volksbanken. Aber die Schiedssprüche sind in den allermeisten Fällen nicht bindend. Sie können aber bei Verhandlungen mit der Bank helfen. Es kann deshalb sein, dass der Kunde zwar Recht bekommt, aber nicht sein Geld. Viele geben dann auf. Wer die Nerven hat, verhandelt weiter. Oder er klagt sogar. Vor Gericht hat aber immer der Kunde die Beweislast. Er muss der Bank nachweisen, dass sie ihn falsch beraten hat.

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