Single-Dinner und Powerdating

Das Geschäft mit der Einsamkeit

8999,00 Euro sollte der neue Mann in Frau Sommers Leben kosten. Nach dem scheinbar freundschaftlichen Hausbesuch eines Partnervermittlers unterschrieb sie den Vertrag mit der Agentur und bereut nun bitter, dass sie auch noch auf ihr Kündigungsrecht verzichtete - gegen die Zusage, die Agentur habe noch viele tolle Männer in petto. Zu sehen bekam sie die Traumtypen nie. Auch Reinhard T. traf nie die Frau, die ihm versprochen wurde, obwohl er einer Partnerschaftsvermittlung viel Geld dafür bezahlte.

Das Geschäft mit der Einsamkeit boomt, wie ein Blick in Internetportale oder in die Kontaktannoncen der Zeitungen zeigt. Doch wer denkt, er lande beim "Chefarzt mit Niveau" oder bei "Bianca, schlank, blond, bildhübsch und anschmiegsam", der hat fast immer eine Agentur an der Strippe - und die langt kräftig hin, bevor sie die Namen von Traumfrauen oder Traummännern herausrückt. Der gutsituierte Chefarzt ist dann oft schon vergeben; vielleicht hat er ja auch nie existiert.

Um jeden Single wird gekämpft

Autorin Rita Knobel-Ulrich begibt sich in den Dschungel der Partnervermittlungsagenturen und stellt fest: Die Sehnsucht nach dem Partner fürs Leben ist ein Millionengeschäft. Um jeden Single wird erbittert gekämpft. Und manche Agenturen nutzen die Sehnsucht nach einem Partner rigoros aus. In Deutschland lebt jeder Fünfte allein, rund 16 Millionen Menschen. Die Lebensdauer von Ehen hat sich dramatisch verkürzt. Inzwischen hat sich um Singles herum ein regelrechter Markt etabliert: Es gibt Reisen, Klettern, Kochen und Tanzkurse für Singles. Und für die ganz Schnellen gibt es Speed-Dating.

Claudia S. geht im Internet auf Partnersuche, für 100 Euro im Monat. Auch dort wimmelt es geradezu von zärtlichen und verständnisvollen Professoren und Architekten, die gerne in die Oper gehen, sportlich sind und aktiv. Aber ob die auch wirklich existieren? Eine Garantie gibt es im Internet nicht, das sagt auch die Kundenberaterin einer Internet- Partnervermittlung ganz offen. Misstrauen ist also ratsam und Realitätssinn gefragt. Nach längerer Suche ist Claudia S. klar: Der Adonis auf dem weißen Pferd kommt wohl nicht einfach um die Ecke geritten.

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