Vom Mülleimer auf den Tisch

Die größten Fleischskandale der vergangenen Jahre

Die Fleischeslust der Deutschen ist groß: Mehr als sieben Millionen Tonnen Fleisch verbrauchen wir jährlich. Pro Tag verzehren Männer 100 Gramm, Frauen 50 Gramm Fleisch und Wurst. Dabei müsste uns eigentlich längst der Appetit vergangen sein. Ob Gammelfleisch oder mit Medikamenten versetztes Pferdehack - immer wieder werden die Verbraucher getäuscht. Wir haben für Sie die größten Fleischskandale der vergangenen Jahre zusammengestellt.

BSE-Krise

Zum ersten Mal wird im November 2000 bei einem in Deutschland geborenen Rind BSE (Rinderwahnsinn) festgestellt. Zuvor hatte sich die Seuche bereits mehrere Jahre in Großbritannien ausgebreitet. Millionen von britischen Rindern müssen getötet werden, die EU-Kommission verhängt ein Exportverbot für britisches Rindfleisch. Als Auslöser der Krankheit gilt die Verfütterung von Tiermehl, das aus Schlachtabfällen und toten Tieren gewonnen wird. Der Einsatz von Tiermehl wird als Folge der BSE-Krise in Deutschland verboten. Gesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) und Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) treten wegen mangelhaften Managements der Krise zurück. Während in den Jahren 2000 und 2001 bei mehreren Hundert Rindern in Deutschland BSE festgestellt wurde, gab es in letzter Zeit kaum noch derartige Fälle.

Gammelfleisch-Skandal

Ermittler finden im Oktober 2005 heraus, dass ein Unternehmer im bayerischen Deggendorf mehrere Hundert Tonnen Schlachtabfälle zu Lebensmitteln umdeklariert hat. So schleust der Mann insgesamt 750 Tonnen Gammelfleisch, also verdorbenes Fleisch, in die Lebensmittelproduktion. Anschließend wird der Unternehmer wegen Betrugs zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. In den Monaten nach Auffliegen des Skandals werden in ganz Deutschland mehrere Hundert Tonnen weiteren Gammelfleischs entdeckt. Zum Teil ist das Haltbarkeitsdatum schon Jahre überschritten. In einem Lager in Berlin werden knapp 100 Tonnen Putenfleisch beschlagnahmt, das teilweise mit Salmonellen infiziert ist. Mangelhaftes Fleisch finden die Ermittler auch bei einem Dönerhersteller aus Schleswig-Holstein.

Falsch deklariertes Pferdefleisch

Zuerst wird Pferdefleisch im Januar 2013 in Hamburgern aus britischen und irischen Supermärkten gefunden. Kontrollen ergeben, dass vermeintliche Rindfleisch-Lasagnen bis zu 100% aus Pferdefleisch bestehen. Weitere Fälle in Frankreich, Rumänien, Polen, Luxemburg und Schweden werden bekannt. Nach wenigen Tagen tauchen auch in Deutschland falsch deklarierte Tiefkühlprodukte auf. Fast alle großen deutschen Supermarktketten wie Real, Edeka, Rewe, Lidl und Aldi rufen Fertiggerichte zurück. In London wird bekannt, dass wohl auch Fleisch von Pferden, die mit dem Rheumamedikament Phenylbutazon behandelt wurden, in die Nahrungskette gelangt ist. Das falsch deklarierte Fleisch war über verschlungene Transportwege unter anderem aus Rumänien über Frankreich nach Deutschland gelangt. Die Verbraucherminister von Bund und Ländern vereinbaren anschließend einen Zehn-Punkte-Plan gegen Etikettenschwindel bei Lebensmitteln.

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