World Wide War

Der geheime Kampf um die Daten

"NSA kann Verschlüsselung im Internet mitlesen". Kaum eine Woche vergeht ohne weitere Enthüllung durch den ehemaligen NSA Mitarbeiter und Whistleblower Edward Snowden. Spätestens seit bekannt wurde, dass der US-amerikanische Geheimdienst NSA weltweit Zugang zum Telefon- und Internetverkehr hat, scheint es vorbei mit dem unbefangenen Surfen im Internet. Für "World Wide War" schauen die Autoren Elmar Theveßen, Thomas Reichart, Johannes Hano und Heike Slansky unter die Oberfläche der nach außen so schicken, strahlenden Internetwelt.

"Wir sagen Ihnen nicht alles, was wir machen oder wie wir es machen – aber jetzt wissen Sie es." Das waren die Worte des Chefs des US-Geheimdienstes NSA, Keith Alexander, an die deutsche Öffentlichkeit Mitte Juli diesen Jahres. Zu diesem Zeitpunkt war seit etwa sechs Wochen durch Edward Snowden bekannt, dass die NSA weltweit Telefone und Internetverbindungen überwacht.

„ZDFzoom" zeigt, wie einfach es ist, übers Netz in technische Anlagen einzudringen, wie mit Hinweis auf die Terrorabwehr das Post- und Fernmeldegeheimnis verletzt wird und wie private Räume immer öffentlicher werden. Und es scheint, als seien die Ausforschungen, die bisher bekannt wurden, nur die Spitze eines Eisberges.


Längst gibt es einen erbitterten Kampf darum, wie man den Zugriff auf Informationen sichert, aber auch Wissen und Technologien abschöpft. Dieser Krieg befeuert eine neue Cyber-Rüstungsindustrie, die teure Computerprogramme zum Schutz vor Angriffen und gleichzeitig auch für eigene Angriffe entwickelt. Alle bisherigen Schutzmechanismen – Datenschutzrichtlinien, internationale Konventionen oder gegenseitige Freundschaftsschwüre – sind meist nur Kosmetik.

    "Frühere Fassungen der Reportage enthielten einige unrichtige Behauptungen über Level 3 Communications, insbes. wurde Level 3 Communications zu Unrecht mit L-3 Communications gleichgesetzt. Vielmehr handelt es sich dabei um rechtlich unabhängige, nicht miteinander verbundene Unternehmen. Auch hat sich der Vorwurf nicht erhärtet, dass Level 3 Communications ausländischen Geheimdiensten in Deutschland Zugang zu ihrem Netzwerk gewährt."

"Systeme zerstören"

Der ehemalige NSA- und CIA-Chef Michael Hayden sieht die Welt bereits im Cyberkrieg: "Es geht schon darum, Systeme zu stören; und die nächste Stufe ist, etwas zu zerstören, also Computersysteme zu übernehmen, nicht um sie lahmzulegen, sondern um mit ihnen kritische Infrastruktur zu zerstören." Der Vordenker der chinesischen Cyberkriegs-Strategie, Wang Xiadong droht den USA: "Das Land, das den Cyberkrieg verliert, würde vollständig erobert. Es gäbe keine vertraulichen Informationen mehr, keine Militär-, Finanz- oder Wirtschaftsgeheimisse. Der Sieger weiß alles, was du vorhast. Wir werden nicht zulassen, dass es nur noch eine dominierende Nation in der Welt gibt, die der Menschheit ihre Regeln aufzwingt und außer Kontrolle gerät."


Der NSA-Überwachungsapparat ist Symptom eines weltweiten Kampfes um die Daten, bei dem es vor alles um eins geht: Die Vormachtstellung in der Welt.

    Nach der Sendung, um 23:30 Uhr, gibt es einen Hangout im sozialen Netzwerk Google+ u.a. mit Elmar Theveßen. Hier finden Sie mehr Infos und können Fragen stellen! #WWWar-Hangout

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