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Abgekartetes Spiel?

Wie Lufthansa sich Air Berlin schnappte - Film von Ralph Goldmann und Andreas Halbach

Doku | ZDFzoom - Abgekartetes Spiel?

Für Gunther Schnabl, Wirtschaftsprofessor aus Leipzig, war die Air-Berlin-Pleite ein abgekartetes Spiel. Davon habe Lufthansa profitiert. Lufthansa weist diese Vorwürfe jedoch zurück.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.03.2019, 22:50
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018

Auch Politiker der Linken und der Grünen äußern diese Vermutung. Nach Überzeugung von Gregor Gysi lief es von Anfang an darauf hinaus, dass Air Berlin an die Lufthansa übergehen sollte. Leidtragende seien viele ehemalige Beschäftigte der Air Berlin.

Dass die Lufthansa bereits vor der Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin in die Verhandlungen über die Zukunft der Airline mit eingebunden war, belegen interne E-Mails zwischen dem Bundeswirtschaftsministerium und einer Unternehmensberatung, die "ZDFzoom" vorliegen.

Mehr als 8000 Beschäftigte hatte Air Berlin. Fast allen wurde gekündigt. Zwar haben inzwischen viele wieder einen neuen Job gefunden, doch sie mussten sich neu bewerben und wurden in der Regel zu weitaus schlechteren Bedingungen wieder eingestellt. Kritiker werfen der Lufthansa vor, sie hätte Air Berlin auch mitsamt den Mitarbeitern übernehmen können, dies sei aber nicht erfolgt.

Die Bundestagsabgeordnete Katharina Dröge von den Grünen wirft dem Chef der Lufthansa, Carsten Spohr, vor, er habe skrupellos gehandelt. Ihm sei es nur darum gegangen, die Filetstücke von Air Berlin zu bekommen, zu Lasten der Mitarbeiter und zu Lasten der Fluggäste von Air Berlin. Auch Linkspolitiker Gregor Gysi erhebt Vorwürfe gegen die Lufthansa. Der letzte Chef von Air Berlin sei ein ehemaliger Lufthansa-Mann gewesen. Er habe absichtlich so gearbeitet, dass Air Berlin "kaputtgeht und an die Lufthansa geht".

Die Lufthansa weist all diese Vorwürfe zurück. Gegenüber "ZDFzoom" sagt Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa: "Wir hatten uns seit langen, langen Monaten darauf vorbereitet, im Jahr 2017, und eigentlich schon im Jahr 2016, dass es zu einer Insolvenz kommen konnte bei Air Berlin." Das habe eigentlich jeder in der Branche gewusst. "Und wir waren darauf vorbereitet, das zu tun, was wir dann auch getan haben, soweit kartellrechtlich möglich, möglichst viele Air-Berlin-Mitarbeiter bei uns einzustellen."

Nach Überzeugung der Grünen im Bundestag ist die Abwicklung von Air Berlin zu einem der größten Skandale in der Amtszeit der letzten Bundesregierung geworden.

Mehr unter www.zoom.zdf.de

Stab

  • Kamera - Holger Hahn

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