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Chaos um die Corona-Apps

Mit dem Smartphone aus der Krise? - Film von Stefan Ebling und Tim Gorbauch

Eine App zur Kontaktverfolgung: Für Gesundheitsminister Spahn ist sie ein "entscheidender Schlüssel", um das Coronavirus in Schach zu halten. Doch warum ist sie noch nicht da?

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28 min
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29.04.2020
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UT - DGS
Video verfügbar bis 29.04.2021

In der ersten Lockerungsphase könnte die App helfen. Für Mitte April 2020 war sie angekündigt. Nun ist sie auf unbestimmte Zeit verschoben. Ein "kommunikatives Desaster" der Bundesregierung, finden Digitalstrategen.

Forscher und Datenschützer kritisieren stark, dass die Bundesregierung zunächst auf einen zentralen Ansatz für die Tracing-App setzte. Denn schon lange war klar: Ohne die Hilfe von Google und Apple kann die App nicht funktionieren. Die beiden Tech-Konzerne unterstützen jedoch ausschließlich eine dezentrale Speicherung. Das Modell, das die Bundesregierung über Wochen propagiert hat, ist gescheitert. Wichtige Zeit ist verloren gegangen.

Mangelnde Transparenz und Kommunikationschaos: Die "ZDFzoom"-Reporter Tim Gorbauch und Stefan Ebling zeigen, wo das Vertrauen in die Tracing-App gelitten hat. Digitalexperten warnen: Die Politik habe zu hohe Erwartungen an die App geschürt. "Schon seit Wochen wird über die App gesprochen, als wäre sie das Allheilmittel. Das war mir aus technischer Sicht völlig unklar, wie man solche Versprechungen machen kann. Das war oder ist mit einer App erst mal nicht möglich", sagt Henning Tillmann, Diplom-Informatiker und Vorsitzender des Think Tanks D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt.

Die Nutzung der Tracing-App des Bundes soll freiwillig sein. Doch Heribert Prantl, bis 2019 leitender Journalist der "Süddeutschen Zeitung" und seit Jahren Verfechter der Freiheitsrechte, glaubt nicht daran. Freiwillig, so Prantl, würden die App nicht genug Menschen nutzen, damit sie funktioniert. Schon jetzt fordert etwa der Deutsche Landkreistag eine App-Pflicht.

Eine Debatte, in die sich Deutschland nicht begeben sollte, findet der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber: "Ich glaube, man kriegt bessere Daten, wenn es freiwillig ist. Und was ich mir nicht vorstellen kann, ist, wie man diesen Zwang durchführen will: Ist es eine Ordnungswidrigkeit, wenn ich das letzte Update des Betriebssystems nicht eingespielt habe? Wenn Bluetooth aus ist, wenn mein Akku ausläuft, wenn ich das Handy auf dem Schreibtisch im Büro liegen lasse, wenn ich zur Toilette gehe? Und wie will der Polizist auf der Straße das denn prüfen können?"

Während die Debatte um die Freiwilligkeit das Vertrauen in die Tracing-App gefährdet, bringt der Bund neue Corona-Apps ins Spiel. Die Tracing-App, der von der Politik als entscheidend erklärte Schlüssel im Kampf gegen das Virus, versinkt im Kommunikationschaos.

  • Kamera - Leonard Bendix, Mirko Schernickau

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