Das Leiden der Schmerzkranken

Schmerzpatienten 1

Dokumentation | ZDFzoom - Das Leiden der Schmerzkranken

23 Millionen Deutsche leiden an chronischen Schmerzen. Die Patienten finden oft keine Spezialisten oder müssen lange auf Termine warten. Das Problem der Unterversorgung ist seit Jahren bekannt...

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23 Millionen Deutsche leiden an chronischen Schmerzen. Die Patienten finden oft keine Spezialisten oder müssen lange auf Termine warten. Das Problem der Unterversorgung ist seit Jahren bekannt. Von den ungefähr 5.000 Ärzten mit der Weiterbildung „Spezielle Schmerztherapie“ praktizieren nur 1.000 im niedergelassenen Bereich. Ein Grund: zu wenig Geld. Einige Experten fordern seit langem die Einführung des besser bezahlten Facharztes für Schmerzmedizin.

Der 51jährige Stefan Gosch aus Nordfriesland lebt mit Dauerschmerzen, leidet am chronischen Schmerzsyndrom. Vor 30 Jahren hatte er einen schweren Motorradunfall. 25 Operationen folgten. Nur dank moderner Knieprothesen kann er überhaupt wieder laufen. Nach zehnjähriger Suche hatte er endlich einen Schmerzmediziner in Husum gefunden, der ihm helfen konnte und ihn mit Medikamenten so eingestellt hat, dass die Schmerzen für Stefan Gosch erträglich wurden. Doch sein Arzt hat die Praxis jetzt aufgegeben und ist nach Norwegen gegangen, weil er die Schmerzmedizin nicht mehr sinnvoll praktizieren konnte, so sagt er. Einer der Gründe dafür ist die aus seiner Sicht unzureichende Vergütung.

Gerade hat der „Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin“ Zahlen veröffentlicht, dass von den 23 Millionen Schmerzpatienten in Deutschland rund 2,8 Mio. Menschen unter schweren chronischen Schmerzen leiden. Und nur jeder Achte wird von einem Schmerzspezialisten behandelt. Auf dem Ärztetag 2014 wurde festgestellt, dass Betroffene vom Beginn ihrer chronischen Schmerzkrankheit bis zur richtigen Diagnose durchschnittlich zwei Jahre brauchen, vier Jahre sogar bis zu einem adäquaten Behandlungsansatz. Schmerzmediziner appellieren immer wieder an die Kassenärztliche Bundesvereinigung, Bundesärztekammer und Bundesgesundheitsministerium, die Unterversorgung abzustellen, z. B. durch die Einführung einer Bedarfsplanung. Doch die Verantwortlichen schieben sich den schwarzen Peter gegenseitig zu.

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