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Der Pflegestillstand

Warum sich in unseren Altenheimen nichts ändert - Film von Valerie Henschel

Doku | ZDFzoom - Der Pflegestillstand

Seit Jahren werden in deutschen Pflegeheimen die Zustände beklagt. Jede Regierung verspricht Besserung und pumpt immer mehr Geld in die Pflege. Warum ändert sich nichts für die Bewohner?

Beitragslänge:
29 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 08.05.2020, 18:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2019

Die Autorin Valerie Henschel stößt auf ein System, das seit Jahren nicht öffentlich über Milliardenbudgets und die Bedingungen in den Heimen entscheidet: die Selbstverwaltung der Pflege. Zurzeit entscheidet dieses Gremium über ein neues Qualitätsprüfsystem.

Die Qualität der Heime ist immer wieder in der Kritik. Seit Jahren gibt es Berichte, wie in den Heimen auf Kosten der Bewohner gespart wird. Gleichzeitig schreiben 90 Prozent der deutschen Pflegeheime schwarzen Zahlen, so der "Pflegeheim Rating Report", der in der Branche viel beachtet wird. Daher soll jetzt ein neues Qualitätsprüfsystem für Pflegeheime eingeführt werden. Das Brisante daran: Die Verbände der Heimbetreiber entscheiden maßgeblich mit, wie sie kontrolliert werden sollen. Die Pflegebedürftigen und Angehörigen, um die es in der Pflege geht, haben hingegen kein Entscheidungsrecht. "Im Vergleich zur Pflegeselbstverwaltung in der Bundesrepublik Deutschland ist der Vatikan äußerst transparent", kritisiert Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, deren Arbeitsweise, im Interview mit "ZDFzoom".

Betroffenenverbände wie der Sozialverband VdK Deutschland versuchen seit Jahren, mehr Offenheit und Transparenz in die Pflegeselbstverwaltung zu bringen und die Mitwirkungsrechte der Patientenseite zu stärken. Doch in den Verhandlungen zum neuen Qualitätsprüfsystem für Altenheime, das gerade von der Pflegeselbstverwaltung erarbeitet wird, haben die Patientenvertreter kein Stimmrecht. Über die neue Transparenz in der Pflege wird im Geheimen entschieden. Es gibt sogar Verschwiegenheitserklärungen, die von den Akteuren der Selbstverwaltung unterschrieben wurden. "Derzeit ist es so, dass in unserem Pflegesystem sehr viel Geld verdient wird. Und das geht nur, solange es so intransparent bleibt", sagt Dr. med. Wolfgang Wodarg von Transparency International Deutschland.

Bei einem Undercover-Einsatz in einem Pflegeheim in Süddeutschland werden die Probleme gleich am ersten Tag sichtbar: Das Essen ist unappetitlich. Teilweise werden Portionen halbiert und reichen nicht aus. Kotbeschmierte Waschlappen werden mehrmals benutzt. Hygienevorschriften werden nicht eingehalten, und alte Menschen sind stundenlang sich selbst überlassen. Teilweise können sie nicht mal den Klingelnotknopf erreichen und um Hilfe rufen, weil er offensichtlich nach oben gehängt wurde. "Ich kenne zu viele Heime, die so eklatante Mängel aufweisen. Wenn wir die alle schließen wollen, weiß ich nicht, wo die Menschen alle hinsollen", berichtet ein leitender Angestellter der Heimaufsicht.

  • Kamera - Daniel Meinl
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