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Fliegen am Limit

Der Preis des Wachstums - Film von Sebastian Galle und Andrea Schreiber

Überfüllte Flughäfen, Verspätungen, Flugausfälle. Das Chaos im Jahr 2018 wirkt nach. Und dann auch noch die Klimadiskussion. Reisen mit dem Flugzeug hat mittlerweile auch ein Imageproblem.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 13.11.2020

Die Flugbranche fliegt am Limit. Der Ablauf der Sicherheitskontrollen, Personalmangel bei Boden- und Gepäckabfertigung und bei den Fluglotsen führen immer wieder zu Verspätungen. Zu viele Flüge – mit zu vielen Passagieren. Die Strukturen ächzen unter der Belastung.

Nach dem Chaos-Sommer 2018 mit fast 80 gestrichenen Flügen pro Tag haben die Fluggesellschaften mehr Flugzeuge zur Verfügung gestellt. Die Flugpläne wurden entzerrt und von den Flughäfen wird mehr Personal eingesetzt. Auch in diesem Jahr kam es zu Verspätungen und bis Oktober sollen laut dem Fluggastrechteportal EUclaim fast 18 000 Flüge ausgefallen sein.

Das System stoße an seine Grenzen, sagt der Mobilitätsforscher Prof. Andreas Knie. Er spricht von "Notoperationen", die stattgefunden hätten. Sobald "...auch nur ein bisschen was passiert, ist sozusagen das Chaos da." Beispiel Sicherheitskontrollen: Bislang werden in Deutschland meist 80 bis 100 Passagiere pro Stunde kontrolliert. Am Flughafen Amsterdam sind es bis zu 185 Flugreisende. Neue Kontrollspuren, die das ermöglichen, gibt es bislang nur an wenigen Flughäfen in Deutschland und in geringer Zahl. Zu Ferienbeginn kommt es immer wieder zu langen Wartezeiten und damit zu Flugverspätungen.

Unter dem steigenden Passagieraufkommen leiden auch die Gepäckabfertiger. Einer von ihnen berichtet von Personalmangel. Seit 30 Jahren arbeitet er auf dem Flughafen Berlin Tegel: "Wir hatten eine Maschine, die ist ohne Gepäck rausgegangen".

Zum zeitweisen Chaos auf den Flughäfen kommt die Klimadiskussion. Immer mehr Menschen denken um. Ein selbstständiger Politikberater erzählt, wie er früher leidenschaftlich gern geflogen ist. Heute fahren er und seine Mitarbeiter zu Terminen in Deutschland nur noch mit der Bahn. Niemand wolle Familien den Urlaubsflug vermiesen, sagt er. Doch die Passagiere der "Berater-Bomber", die regelmäßig fliegen, seien ein Problem. Es gebe eine Kultur des Fliegens, die man vielleicht auch wieder verlernen müsse.

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