Kinderschutz am Pranger

Gerichtsmediziner klagen an

Lena wurde nur sieben Monate alt. Getötet wurde das Kind vom eigenen Vater. Er sei wütend gewesen, gab er später zu Protokoll. Das Bundeskriminalamt zählt jährlich rund 4.000 Opfer von schweren Misshandlungen. Experten gehen von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus. Die Taten geschehen häufig dort, wo die Kleinsten sich am sichersten fühlen müssten: in der Familie. Die Täter sind meist die eigenen Eltern, Pflegeeltern oder neue Lebenspartner. Besonders erschreckend: Viele dieser Familien waren in Betreuung der Jugendämter. ZDFzoom-Reporter Detlef Schwarzer begibt sich auf Ursachenforschung.

Jeden Tag werden in Deutschland Kinder gequält oder sogar zu Tode geprügelt. Werden solche Fälle dann bekannt, gibt es einen Aufschrei der Empörung. Politiker und Verantwortliche versprechen, alles zu tun, damit so etwas nicht wieder passiert.

Anfang 2012 wurde ein neues Bundeskinderschutzgesetz erlassen. Das sollte dafür sorgen, dass Kinder besser vor Verwahrlosung, Gewalt und sexuellem Missbrauch geschützt werden. Doch inzwischen gibt es viel Kritik an dem Gesetz. Es habe nicht viel bewirkt, sagen Experten. Die Berliner Rechtsmediziner Dr. Saskia Guddat und Prof. Michael Tsokos haben zahlreiche Misshandlungsopfer begutachtet und obduziert. Sie mussten immer wieder feststellen, dass Sozialarbeiter und Ärzte auch bei erkennbaren Misshandlungsfällen oft nicht reagierten. Auch deshalb versage der Kinderschutz in Deutschland immer noch.

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