Sie sind hier:

Mangelware Medizin?

Corona, China und der Arzneimittelmarkt - Film von Michael Mueller

Eine drohende Corona-Pandemie könnte zu großen Engpässen von lebensnotwendigen Medikamenten führen. Was lässt sich in Deutschland gegen Pillennotstand tun?

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.03.2021

Hintergründe zum Coronavirus

Themenschwerpunkt Seuche

Politik und Gesellschaft -
Coronavirus breitet sich aus
 

China kehrt langsam zur Normalität zurück und auch in Europa entspannt sich die Lage. Die USA sind das …

Thema
Reagenzglas mit Coronavirus, aufgenommen am 29.01.2020 in Sarajevo (Bosnien-Herzegowina )

Nachrichten -
Aktuelle Infos
 

Alle aktuellen Entwicklungen rund um das Corona-Virus gibt es im Liveblog.

Liveblog
ZDF Logo

Doku | ZDF.reportage -
Airlines am Boden
 

Es ist die größte Krise in der Geschichte der Luftfahrt. Von allen Wirtschaftszweigen ist die Branche mit am …

Videolänge:
30 min
A3 bei Düsseldorf im April 2020

Doku | planet e. , St. 01 - 06
Wie die Umwelt profitiert
 

Der Lockdown hat positive Folgen: Weniger Flüge, weniger Autofahrten senken den CO2-Ausstoß. Die Umwelt atmet …

Videolänge:
28 min

Seit Jahren steigt die Zahl der nicht lieferbaren Medikamente, werden wir abhängiger von Produzenten in China oder Indien. "ZDFzoom"-Reporter Michael Mueller über Lieferengpässe und den Preiskampf auf dem deutschen Arzneimittelmarkt.

Deutschland war als Produktionsstandort von Arzneimitteln einmal die sogenannte Apotheke der Welt. Heute herrscht in deutschen Apotheken Mangel. Mehr als 250 Lieferengpässe für Medikamente listet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte im Durchschnitt auf. Und das erfasst nur die Lieferschwierigkeiten, die von den Pharmaunternehmen gemeldet werden. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen der Preiskampf auf dem deutschen Arzneimittelmarkt zwischen Krankenkassen und Pharmaindustrie. Und in Folge die Abhängigkeit von Billiglohnländern wie China und Indien. "Die Chinesen brauchen gar keine Atombombe. Sie liefern einfach keine Antibiotika mehr", so Pharmazeutin Prof. Ulrike Holzgrabe.

In aktuellen Krisen wie dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus verschärft sich die Lage auf dem deutschen und europäischen Arzneimittelmarkt, vor allem für die Pharmakonzerne, die von der Wirkstoffproduktion in Asien abhängig sind. Es gibt zum Beispiel heute in Europa fast keine Antibiotika-Produktion mehr. Wenn "wie jetzt aufgrund des Coronavirus die Lieferwege gestört sind, dann hat das unmittelbare Konsequenzen", sagt Christoph Stoller, Generalmanager von Teva/ratiopharm in Deutschland und Österreich. Und dann werden aus Lieferengpässen irgendwann Versorgungsengpässe.

Die Politik hat das Problem zwar erkannt, so will Gesundheitsminister Jens Spahn eine Meldepflicht für drohende Lieferengpässe einführen und die Unternehmen im Notfall dazu zwingen, größere Vorräte anzulegen. Aber die Lösung scheint komplizierter: Anlässlich der aktuellen globalen Krise beraten Gesundheitsminister und Experten in Brüssel jetzt, was zu tun ist. Mittel- und langfristig kann man der Abhängigkeit von Billiglohnländern nur begegnen, wenn wieder mehr Wirkstoff-Produktionen nach Europa geholt werden. Doch das "wird mindestens zehn Jahre dauern, zehn Jahre von heute an, wenn wir es jetzt beschließen", sagt Pharma-Expertin Prof. Ulrike Holzgrabe. Es braucht einen Paradigmenwechsel im Gesundheitssystem, weg vom Preisdruck auf die Medizin. Das aber wird langwierig und teurer für alle Beteiligten.

  • Kamera - Oliver Biebl, Paul Kraneis
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.