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Nebenwirkung Abhängigkeit

Wenn Medikamente süchtig machen - Film von Simone Brannahl und Philipp Rückriem

Schnupfen, Kopfweh oder ernste Erkrankung – statistisch gesehen nimmt jeder Deutsche täglich 1,5 Medikamente ein. Gefährlich, denn aus Gewohnheit kann Missbrauch oder Abhängigkeit werden.

Beitragslänge:
29 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.05.2020

Schon freiverkäufliche Medikamente können bei ständigem Konsum lebensgefährliche Nebenwirkungen haben. Ibuprofen, einer der meist verkauften Wirkstoffe gegen Schmerzen, wird in Studien mit Herzinfarkten, Schlaganfällen und Nierenschäden in Verbindung gebracht.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. schätzt, dass fast jeder zehnte Bundesbürger Arzneien unter anderem zur Leistungssteigerung oder Stimmungsaufhellung nimmt. Hinzu kommen fast zwei Millionen Deutsche, die von Medikamenten abhängig sind - mehr als Alkoholkranke.

Damit ist die Medikamentenabhängigkeit in Deutschland auf Platz 2 der Süchte. Nur Rauchen ist weiter verbreitet. ZDFzoom will wissen: Wer ist verantwortlich für Missbrauch und Abhängigkeit? Und warum wird so wenig dagegen unternommen?

Vier bis fünf Prozent der verschreibungspflichtigen Arzneien machen bei dauerhaftem Konsum abhängig. Ärzte sind rechtlich dazu verpflichtet, Patienten über diese gefährliche Nebenwirkung aufzuklären. Doch allzu häufig schicken Mediziner ihre Patienten sogar mit einem neuen Rezept nach Hause, ohne sie überhaupt gesprochen zu haben.

Experten sagen: Weite Teile der Pharmaindustrie haben kein Interesse daran, das Abhängigkeitspotential ihrer Produkte einzudämmen. Der dauerhafte Konsum bedeute dauerhaft Kunden und damit eine sichere Einnahmequelle. Da die Erforschung von Medikamenten in Deutschland zu einem großen Teil privatwirtschaftlich finanziert werde, gebe es kaum Interesse, Arzneien zu erforschen, die nicht abhängig machen.

Die ZDFzoom-Reporter Simone Brannahl und Philipp Rückriem treffen Medikamentenabhängige und sprechen mit Experten und Pharma-Insidern, die erklären, wer von der Sucht profitiert. Sie haken nach bei der Politik, wollen wissen, warum der Staat so wenig unternimmt. Könnten Medikamentenmissbrauch und -Abhängigkeit eingedämmt werden?

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