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Schwimmbäder in Not

Von Badespaß und leeren Kassen - Film von Norman Laryea und Verena Rendel

Sommerhitze in Deutschland - und alle wollen baden gehen! Doch viele Schwimmbäder sind marode, Frei- und Hallenbäder werden geschlossen.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 23.07.2020

Der Grund: Schwimmbäder sind fast immer ein Verlustgeschäft. Viele müssten saniert werden, doch vielerorts fehlen das Geld oder der Wille zur Investition. Die Bäderschließungen haben Auswirkungen auf den Schwimmunterricht, der oft ausfällt, und verärgern die Bürger.

"ZDFzoom"-Reporter Norman Laryea begibt sich auf Spurensuche und will herausfinden, welche Konsequenzen es hat, wenn immer mehr Schwimmbäder schließen. Im bayerischen Zeil am Main sind die Tage des Hallenbades gezählt. Die technische Anlage unter dem Wasserbecken bereitet große Probleme. Rohre sind marode, die Filteranlage droht, den Geist aufzugeben. Eine teure Sanierung kann sich die Kommune nicht leisten.

Die DLRG warnt: Fast 60 Prozent der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer mehr, Schulschwimmen findet vielfach nicht mehr statt. Etwa 25 Prozent der Grundschulen in Deutschland haben keinen Zugang mehr zu einem Schwimmbad.

Schwimmbäder erfüllen dazu eine wichtige soziale Aufgabe in unserer Gesellschaft. In Frankfurt am Main erklärt Soziologin Claudia Neu: "Was an diesen öffentlichen Orten wichtig ist, ist, dass auch Menschen zusammenkommen, die nur wenig miteinander zu tun haben." Deshalb sei es wichtig, sich nicht nur zu fragen, was es kostet, sondern auch, was es uns wert ist, einen sozialen Ort wie ein Schwimmbad zu erhalten. Denn ob Jung oder Alt, Arm oder Reich, Arbeiter oder Akademiker, sie alle treffen im Schwimmbad aufeinander.

Vielerorts versuchen Bürger, diesen Treffpunkt zu retten. Sie übernehmen die Schwimmbäder und betreiben diese als sogenanntes Bürgerbad. Ehrenamtliche Helfer engagieren sich, mähen Rasen, sitzen an der Kasse, reparieren die Technik und reinigen die Becken. Neben dem Eintrittsgeld wird der Betrieb über Spenden und Mitgliedschaften finanziert. Laut des Netzwerkes Bürgerbad gibt es in Deutschland rund 500 Bäder, die sich in Bürger- oder Vereinshand befinden. Doch kann das allein wirklich die Lösung für Deutschlands Schwimmbadkrise sein?

  • Kamera - Nikolai Trawinski, Nils Koering-Kron
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