Sonne, Wind und Wut

Wird die Energiewende ausgebremst?

Saubere Energie aus Sonne, Wind und Wasser, die jeder, der möchte, selbst erzeugen kann. Das war die Idee des EEG, des Gesetzes über Erneuerbare Energien, das 2010 beschlossen wurde.
ZDFzoom fragt nach, was aus der Energiewende, die nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima unter Hochdruck in die Wege geleitet wurde, geworden ist. Deutschland wollte Vorreiter sein. Dazu gehörte auch die Abkehr von fossilen Brennstoffen, allen voran Braunkohle.

Die Recherchen von Solveig Frick und Sonja Jürschik zeigen: Vieles, was in der Aufbruchsstimmung der Energiewende begonnen wurde, wird heute torpediert.
"Das, was gerade passiert, hat eigentlich ganz wenig mit der Energiewende zu tun. Eine Energiewende, wie wir sie wollen: mit regenerativen Energien", beklagt Renate Rüppel von der Bürgerinitiative "Stromautobahn" in Franken. Seit Jahren engagiert sie sich für die Reform. Die von ihr mitbegründete Genossenschaft investiert in Windräder. Sie befürchtet, dass die riesigen Stromtrassen vor ihrer Haustür statt für Wind ausgerechnet für Braunkohlestrom genutzt werden. Die großen Energiekonzerne haben lange Zeit weiter auf fossile Energiequellen gesetzt, statt frühzeitig in Erneuerbare Energien zu investieren.

Am Rande des Hambacher Forstes erleben die ZDFzoom-Reportinnen, wie Bäume für den Braunkohle-Tagebau abgeholzt werden. Dirk Jansen, Geologe und Mitglied des BUND hält das für paradox: "Alle reden von der Energiewende. Doch hier wird weiter Braunkohle – der Klimakiller Nummer eins – abgebaggert, das passt nicht zusammen."
Der sogenannte „Kohlekompromiss“ ermöglicht es den großen Energiekonzernen, einen großen Teil ihrer Kohlekraftwerke weiter zu betreiben. Statt der ursprünglich vorgesehenen Klimaabgabe erhaltenen sie nun für die Stilllegung einiger Braunkohlekraftwerke eine Vergütung von rund 1,6 Milliarden Euro. Diese Kraftwerke sollen als „flexible Reserve“ dienen, so rechtfertigt die Politik den Kompromiss. Ist Sigmar Gabriel vor den Energiekonzernen eingeknickt? Die Autorinnen der Dokumentation konfrontieren den Wirtschaftsminister mit dieser Frage.

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