ZDFzoom: Teile und leide - Die Raffzähne der Share Economy

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Dokumentation | ZDFzoom - ZDFzoom: Teile und leide - Die Raffzähne der Share Economy

Autos, Wohnungen, Werkzeuge nicht besitzen und trotzdem nutzen - ein simples Versprechen, das wie nachhaltiges Wirtschaften klingt und oft nichts als brutaler Kapitalismus ist.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDFinfo, 13.09.2016, 07:00 - 07:30
Verfügbarkeit:
Video verfügbar ab 30.12.2016, 10:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2015

"ZDFzoom"-Reporter Torsten Mehltretter durchleuchtet die neue Welt des Teilens. Wer sind die wahren Profiteure der "Share Economy"? Wo können Ressourcen geschont und Geld gespart werden? Und wo geht es nur noch ums Abzocken und Ausbeuten?

Die Wirtschaft des Teilens sollte die Alternative zur Konsumgesellschaft werden: "Wenn wir Räume, Autos, Parkplätze, Werkzeuge, Bekleidung oder auch die Freizeit durch das Erbringen von einfachen Dienstleistungen gemeinschaftlich nutzen, also teilen, tauschen oder leihen, sinken Konsum und Energieverbrauch. Alle profitieren, weil alle etwas einsparen." Andreas Sternbergs Augen funkeln, wenn er über den Erfolg der inzwischen bundesweit aktiven Tauschbörsen spricht. Doch was als Konsumprotest nach der Bankenkrise 2008 begann, ist längst ein hart umkämpftes Geschäft.

Dabei entwickelt die Ökonomie des Teilens eine ungeahnte wirtschaftspolitische Sprengkraft. "Uber oder Helpling sind der Einstieg in die moderne Sklaverei", flucht DGB-Chef Reiner Hoffmann, wenn er über die Share Economy spricht. Sie verdienen bei jeder erfolgreichen Vermittlung mit. Ihnen geht es um die Summe der Geschäfte, nicht um das Wohl von Mitarbeitern: "Da wird Arbeitnehmern der Schutz eines großen Unternehmens vorgegaukelt und die große Selbstbestimmung versprochen, und in Wirklichkeit arbeiten die Menschen weit unter dem Mindestlohn und müssen zusätzlich alle Risiken tragen. Da ist die Altersarmut doch vorprogrammiert", schimpft Hoffmann. "Die Gesetze sind aus einer Zeit, als es noch kein Internet gab!", hält Deutschlands Uber-Sprecher Fabien Nestmann dagegen.

Auch "Airbnb" eckt an. Das Portal vermittelt weltweit Schlafräume an Urlaubsreisende. So erfolgreich, dass ganze Wohnblocks nur noch nächteweise zu mieten sind. In Großstädten geht deswegen Wohnraum verloren. Berlin hat bereits reagiert und will die Vermietung von Ferienwohnungen einschränken. Und ständig kommen neue Ideen, Dinge zu teilen, auf den Markt. Vieles spielt sich in rechtlichen Grauzonen ab. Die eigentlich nachhaltige gesellschaftliche Strömung, weg vom "besitzen wollen" und hin zum trotzdem "nutzen können", gerät in Verruf, weil skrupellose Unternehmer die gute Gesamtidee in persönlichen Profit umwandeln.

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