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Volksdroge Alkohol

Der legale Rausch Film von Sanaz Saleh-Ebrahimi

In Deutschland gibt es zwei Millionen Alkoholiker, zehn Millionen Menschen gefährden mit Alkohol ihre Gesundheit. Die gesellschaftlichen Kosten: 60 Milliarden Euro im Jahr. Trotzdem hat sich in der Alkoholpolitik kaum etwas getan in den vergangenen Jahr...

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.04.2020

Mit dem Deutschen Sozialpreis 2018 in der Kategorie Fernsehen wurde die "ZDFzoom"-Dokumentation "Volksdroge Alkohol - Der legale Rausch" von Sanaz Saleh-Ebrahimi ausgezeichnet. Zu sehen war diese erstmals am 22. Februar 2017 im ZDF (Redaktion: Paul Amberg, Beate Höbermann). Die Preisverleihung fand am 28. November 2018 in der Akademie der Künste Berlin statt.   

In der  Dokumentation geht es um den übermäßigen Konsum von Alkohol in Deutschland, wodurch zehn Millionen Menschen hierzulande ihre Gesundheit gefährden. Die gesellschaftlichen Kosten: 60 Milliarden Euro im Jahr. Der Film blickt bei den Verhandlungen um schärfere Regelungen beim Alkohol zwischen Gesundheitsexperten und den zuständigen Bundesministerien hinter die Kulissen und beleuchtet, wie  die Alkohol-Lobby Einfluss nimmt.  In der Begründung der Jury heißt es: „Die Autorin traut sich, was sich nicht viele trauen. Das Thema ´Alkohol als legales Rauschmittel´ ist von so großer gesellschaftlicher Relevanz und trotzdem in einer riesigen und von einer großen Lobby wohlgehüteten Tabuzone versteckt. Die Zusammenhänge zwischen Industrie, Lobbyismus, Politik und gesellschaftlicher Realität wurden sehr tiefgründig und vor allem auch hartnäckig ermittelt undaufgedeckt.Vergleiche im europäischen Kontext lassen erkennen, dass durchaus auch alternativer Umgang mit dem Rauschmittel Alkohol und seinen Folgen möglich ist. Handwerklich gut gemacht, verzichtet der Film auf jedwedes Klischee zum Thema Alkohol und wird dadurch entlarvend“.

Dabei wäre klar, was passieren müsste: Höhere Preise, weniger Werbung - und Alkohol dürfte nicht mehr überall rund um die Uhr verkauft werden. Doch statt die Regeln zu verschärfen, soll etwa in Baden-Württemberg das Verkaufsverbot von 22:00 bis 6:00 Uhr durch die grün-schwarze Landesregierung sogar wieder aufgehoben werden. Obwohl das Verbot die Zahl der komasaufenden jungen Erwachsenen reduziert hatte.

Seit Jahrzehnten ist belegt, dass nicht nur hohe Dosen Alkohol die Gesundheit schädigen. Schon kleine Mengen können Krebs auslösen oder Krankheiten verstärken. Alkohol, das ist die Droge in der Mitte der Gesellschaft. "Du gehst doch arbeiten, machst Überstunden, gehst anschließend noch ins Fitnessstudio. Das kann nicht sein, dass du Alkoholiker bist", sagt Silvio Griesert, der 25 Jahre lang getrunken und darüber seine Ehe zerstört hat.

"ZDFzoom" blickt hinter die Kulissen bei den aktuellen Verhandlungen zwischen Gesundheitsexperten und den zuständigen Bundesministerien um schärfere Regelungen beim Alkohol, beleuchtet die Einflüsse der Alkohol-Lobby und zeigt am Beispiel Schweden, wie es auch gehen könnte. Dort ist Alkohol deutlich teurer, Hochprozentiges nur in speziellen Läden zu bekommen und Werbung stärker eingeschränkt. Ergebnis: Die Schweden trinken deutlich weniger.

Doch während sich Experten hierzulande für schärfere Regeln einsetzen, verwässern das Wirtschafts- und das Landwirtschaftsministerium offenbar diese Verschärfungen. Das zeigen Dokumente, die "ZDFzoom" und dem Recherchezentrum correctiv.org vorliegen. Die Politik trinkt mit, statt zu regulieren. "Bier in Maßen ist gesund, ist ein Nahrungsmittel in Bayern", sagt Ministerpräsident Horst Seehofer im Gespräch mit "ZDFzoom" auf dem Oktoberfest. Und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, CSU, sagt: "Ich bin ja nicht als Verbotstante ernannt worden."

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